Protest vorm Kreishaus

Trillern für freie Schulwahl

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Rund 60 Kinder und Eltern demonstrierten gestern Nachmittag gegen das gymnasiale Vakuum für Rödermärker Fünftklässler.

Rödermark/Dietzenbach - Enttäuschte Eltern, deren Kinder von Gymnasien in Dreieich und Heusenstamm abgelehnt wurden, haben gestern Nachmittag vorm Kreishaus demonstriert. Sie forderten von Landrat Oliver Quilling ein gerechteres Auswahlverfahren.

29 Rödermärker Viertklässler wollten an ein Gymnasium - die meisten die Ricarda-Huch-Schule nach Sprendlingen, das Adolf-Reichwein-Gymnasium in Heusenstamm war ihre zweite Wahl. 25 wurden abgelehnt. Begründung: Kinder aus Dreieich und Heusenstamm haben Vorrang. Vier kleine Rödermärker wurden aufgrund der Geschwister-Regelung aufgenommen, zwei weitere haben an anderen Schulen Platz gefunden.

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Doch 23 Viertklässler und ihre Eltern wissen noch nicht, wie es nach den Sommerferien weitergeht. Bei ihrem lautstarken Protest am Kreishaus verlangten sie freie Schulwahl für alle; die Entfernung zwischen Wohnung und Schule dürfe nicht länger das Hauptkriterium bei der Vergabe begehrter Gymnasiumsplätze sein.

Die enttäuschten Eltern machen auf allen Ebenen Druck. „Die Widersprüche gegen die Ablehnungsbescheide des Schulamtes gehen diese Woche raus“, kündigte Holger Jeuck an. Ein Rechtsanwalt hat den Eltern bei der Formulierung geholfen. Eine Familie geht noch weiter: Sie klagt gegen das Hessische Schulgesetz, das den „Ortsbonus“ regelt.

Die Eltern bleiben zudem mit Rödermarks Ersten Stadtrat Jörg Rotter und Landrat Oliver Quilling im Gespräch. Zusätzliche Unterstützung hoffen sie, bei Hessen Kulturminister Alexander Lorz (CDU) und Mathias Wagner, dem schulpolitischen Sprecher der Grünen zu finden. Der Vorschlag der Eltern, einen frei werdenden Container von der Helene-Lange-Schule in Urberach aufs Gelände der Ricarda-Huch-Schule zu bringen, hat sich zerschlagen. Der provisorische Klassensaal ist nicht mehr transportfähig.

(lö)

Quelle: op-online.de

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