Karnweg soll Sackgasse werden

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Anwohner des Karnwegs diskutierten beim Ortstermin mit dem Bürgermeister.

Ober-Roden (chz) - Nachdem vergangenen Mittwoch ein vierjähriges Kind im Karnweg vor der eigenen Haustür angefahren worden war, fordern Anwohner, die Straße zur Sackgasse zu machen und durch Pfosten zu sperren.

Dies ist das Ergebnis eines Ortstermins mit Anliegern, Bürgermeister Roland Kern und Stefan Brockmann, dem stellvertretenden Leiter des Ordnungsamts. Der Junge war von einem Wagen erfasst worden und hatte Prellungen und Schürfwunden erlitten. Gut 20 Anwohner mit fast ebenso vielen Kindern trafen sich mit Kern und Brockmann an der Unfallstelle. Sie schilderten ihre Probleme, immer wieder unterbrochen durch genau jene Autofahrer, gegen die sich der Protest richtet.

Stellvertretend für die Anwohner erläuterten Erik Teske, Feti Ademoski sowie Michael Jäger die Situation. Der Unfall gab nach langem Stillhalten schließlich den Ausschlag, jetzt aktiv zu werden.

Seit das neue Baugebiet zwischen Germania-Sportplatz und Nieder-Röder Straße eröffnet ist, wird die Straße Am Karnweg immer häufiger als Schleichweg zur Umgehung der Ampeln an der sogenannten Kipferl-Kreuzung genutzt. Das an beiden Zugängen mit Schildern ausgewiesene Tempo 20 bremst die Autofahrer nicht - sie halten sich großteils nicht daran. Zusätzlich fahren viele Zubringer oder Nutzer des Germania-Sportplatzes auf diesem Weg durch das Gebiet und parken dort auch, während sie Sport treiben oder Sportler abholen.

Tatsächlich haben einige Betreiber von Navigationsgeräten den Weg sogar als eine der kürzesten aller Verbindungen in ihre Navi-Programme eingespeist. Das Hauptproblem, so Ademoski, ist es, zwischen zwei Hauptstraßen zu liegen und als Abkürzung gewählt zu werden. Sein persönlicher Vorschlag: ein oder mehrere Poller oder Absperrpfosten, mit einem Schlüssel für Feuerwehr und Rettungsdienste umzulegen, an einer der beiden Zufahrten oder in der Mitte des Bereiches aufzustellen. Bevorzugt sieht er dafür die Zufahrt von der Nieder-Röder Straße her, denn dort kommen die Fahrzeuge trotz Höchstgeschwindigkeit 70 mit großem Tempo vorbei und bremsen auch beim Einbiegen ins Wohngebiet nicht stark genug ab.

Das bedeutet natürlich, dass auch die Anwohner selbst bei einer Sackgassenregelung weitere Wege in Kauf nehmen müssten, doch das wird ohne Zögern akzeptiert.

„Wer hier zu schnell durchfährt, das sind keine Autos von Anliegern. Wir kennen uns hier alle untereinander. Selbst wenn da mal jemand etwas rücksichtslos fährt, sprechen wir eben miteinander“, erläutert Erik Teske. Bürgermeister Kern ließ sich von den Bewohnern deren Prioritäten bei der Veränderung erläutern, will vor einer Entscheidung aber noch das Gespräch mit den örtlichen Landwirten suchen, deren Wege auf ihre Äcker teilweise durchs Neubaugebiet führen. Stefan Brockmann zufolge ist vorstellbar, die Tempobeschränkung 20 zur besseren Erkennung als Piktogramme auf die Straße zu malen.

Nach dem Hauptproblem sprachen die Anwohner noch viele Sorgen und Nöte rund um die Kipferl-Kreuzung, den Kreisel und die häufig überhöhte und seltene gemessene Geschwindigkeit der Fahrzeuge in der Nieder-Röder Straße an, ebenso die ihrer Meinung unbefriedigende neue Zebrastreifen-Lösung.

Bürgermeister Kern und Stefan Brockmann hoffen, bis Ende der Woche Entscheidungen präsentieren zu können.

Quelle: op-online.de

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