Vereine kritisieren Gebührenerhöhung für Wasserzeiten

60 Prozent mehr fürs Schwimmtraining

Urberach - Die Rödermärker Schwimmvereine sollen ab Oktober acht statt bisher fünf Euro pro Stunde und Bahn zahlen, wenn sie im Badehaus trainieren. Für den VFS bedeutet das jährliche Mehrkosten von fast 10.000 Euro, kritisiert die Vorsitzende Anne von Soosten-Höllings.

Geht es nach dem Willen der Stadt, steigen die Gebühren für die Nutzung des Badehauses für die Vereine zum 1. Oktober um 60 Prozent. Diesen Sprung von fünf auf acht Euro hätten Bürgermeister Roland Kern und Erster Stadtrat Jörg Rotter am 6. Juni den Schwimmvereinen eröffnet und ihnen erklärt, dass diese Gebühr vier Jahre stabil bleibt. Diese Zusage kommt beim Verein für Fitness und Schwimmsport (VFS), der DLRG und den MTV-Synchronschwimmern gut an - sie gebe Planungssicherheit. Die Erhöhung stößt auf wenig Verständnis: Sie würde die Ende März vom Stadtparlament beschlossene Erhöhung der Vereinsförderung mehr als auffressen. VFS-Vorsitzende Anne von Sosten-Höllings: „Dies stellt die Vereine vor große Probleme mit noch nicht absehbaren Folgen.“ Der VFS muss ihren Berechnungen zufolge knapp 10.000 Euro mehr zahlen. Denn er nutzt das Schwimmbad 66 Stunden pro Woche.

Für die Vorstände bleibt „völlig unverständlich“, warum die Erhöhung für den öffentlichen Badebetrieb Anfang 2017 bei 20 Prozent lag, ausgerechnet gemeinnützige Vereine jetzt aber 60 Prozent Aufschlag zahlen sollen. Der Grund - die allgemeine Preisentwicklung - ist für die Vereine nicht nachvollziehbar, kritisiert von Soosten-Höllings: „Eine gerade mal kleine fünfstellige Mehreinnahme für die Stadt kann zur grundsätzlichen Situation des Badehauses aus unserer Sicht wenig beitragen, bringt die Vereine aber an die Belastungsgrenze.“ Um die Situation des Badehauses, das pro Jahr rund eine Million Euro Miese macht, zu verbessern, bedürfe es anderer kreativer Überlegungen. Dazu würden die Vereine gerne beitragen.

Die 25 Badeseen und Freibäder in der Region

Die Angebote der DLRG, des VFS und der MTV-Synchronschwimmer erfreuen sich großer Nachfrage, etliche DLRG-Kurse sind überlaufen. Die VFS-Vorsitzende hat bei ihrer Kritik aber mehr als nur den Sport im Auge: „DLRG und Hessischer Schwimmverband verweisen auf steigende Zahlen von tödlichen Schwimmunfällen und sehen eine Ursache in den sinkenden Möglichkeiten, richtig schwimmen zu lernen.“ Richtig schwimmen lernen konnte man in Rödermark bislang. DLRG und VFS bilden jährlich etwa 150 bis 200 Menschen aus. „Sollte das Vereinsangebot entfallen, kann das Badehaus diesen Bedarf nicht decken. Vor allem nicht zu den Konditionen, die die Vereine bieten“, warnt Anne von Soosten-Höllings. Schwimmen lernen dürfe nicht nur denen vorbehalten sein, die sich das finanziell auch leisten können. (lö)

Quelle: op-online.de

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