Hessen Mobil gibt Radweg nicht frei

Radfahrer: Mutprobe auf der Kreuzung

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Radfahren von Waldacker nach Dietzenbach hat etwas von einer Mutprobe. Vorsichtige Naturen bekommen zwischen Lastwagen, Sprintern und Pkw schon mal Angst. Doch noch ist die vielbefahrene Kreuzung für sie alternativlos.

Waldacker - Radelnden Waldackerern platzt der Kragen. Wann endlich werden die letzten Meter Radweg freigegeben? Das fragen Helga Markwat und Dr. Peter Forster empört und werfen sowohl der Straßenbaubehörde Hessen Mobil als auch der Stadt Untätigkeit vor.

Ein Radweg, der Waldacker ans überörtliche Wegenetz Richtung Dietzenbach oder Rodgau anschließt, war Teil der im Herbst abgeschlossenen B 459-Sanierung. Doch in Höhe der letzten Häuser - dort wo der kombinierte Rad- und Fußweg in den eigentlichen Radweg mündet - stehen Freunde der umweltfreundlichen Fortbewegung vor einer Absperrbake und einen „Durchfahrt verboten“-Schild. Selbst wenn sie’s ignorieren, ist spätestens an der Ampel über die Kreisquerverbindung Schluss. Die ist immer noch zugehängt.

„Die Arbeiten ruhen seit zwei Monaten. Worauf warten die?“, schimpft Helga Markwat. Der Frühling stehe vor der Tür, doch Radler kämen nicht aus Waldacker heraus - zumindest nicht so, wie Bürger, Stadt und Hessen Mobil es eigentlich wollen.

„Gefährliche Falle für Radfahrer und Fußgänger“

Seit Monaten schon verwehren Schild und Bake Radlern die Weiterfahrt auf dem fertigen Weg.

Für Forster ist das weit mehr als eine lässliche Bausünde: „Das ist eine gefährliche Falle für Radfahrer und Fußgänger, die stehen hier im Regen, das heißt im dichten Straßenverkehr, und können darüber nachdenken, wie sie ohne Gefährdung die Kreuzung nach Dietzenbach überqueren!“ Den fertigen Radweg haben sie dabei ständig im Blick.

Die Waldackerer machen seit Wochen Druck bei der Bauverwaltung, doch die Antwort macht den Ärger nur noch größer: Nicht zuständig, weil jenseits der Stadtgrenze. So steht’s in Briefen aus dem Ober-Röder Rathaus. „Das riecht nach Bohnerwachs und Ärmelschonern“ sieht Dr. Peter Forster alle Vorurteile gegen Behörden bestätigt, und Helga Markwat pflichtet ihm bei: „Kümmern ist in Rödermark ein Fremdwort. Zyniker behaupten ja schon länger, dass Waldacker ein Stiefkind von Rödermark ist und an Dietzenbach verscherbelt gehört.“

Hessen Mobil will Markierung im März auftragen

Herbert Rupp von der Tiefbauabteilung weist diese Kritik zurück. „Es ist nicht immer leicht, dem Bürger zu vermitteln, dass jeder Sachbearbeiter angewiesen ist, den Dienstweg und die Zuständigkeiten zu respektieren. Und es hat sicher seine Richtigkeit, wenn Grenzen gesetzt sind, die für alle gelten“, schrieb Herbert Rupp in einem Brief an die Beschwerdeführer: Rödermärker Kompetenz endet an der Rödermärker Gemarkungsgrenze.

Die Offenbach-Post hakte deshalb bei Hessen Mobil nach. Witterungsbedingt hätte die fehlende Markierung noch nicht vorgenommen werden können, erklärte Stefan Hodes vom Verkehrsmanagement. Die Farbe soll nun Anfang oder Mitte März aufgetragen werden. Sofern das Wetter es zulässt.

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Quelle: op-online.de

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