Verkäuferin lässt Räuber abblitzen

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Die Verkäuferin hatte dem Räuber die Kasse vor der Nase zugeschlagen und rannte laut um Hilfe schreiend auf die Straße.

Urberach ‐ Dumm schaute ein Räuber unter seiner Maske hervor, als er am Montagabend plötzlich allein im Laden stand. Gegen 19 Uhr hatte er den Schlecker-Markt in der Bachgasse überfallen und wollte Bares sehen. Von Michael Löw

Doch die Verkäuferin hatte ihm die Kasse vor der Nase zugeschlagen und rannte laut um Hilfe schreiend auf die Straße. Das überraschte den Unbekannten so sehr, dass er ebenfalls aus dem Geschäft lief - ohne auch nur einen Cent Beute gemacht zu haben.

Nach der Flucht der Kassiererin sah der Gangster sah wohl ein, dass nichts zu holen war und rannte in Richtung Bahnhof davon. Um auf seiner Flucht nicht wiedererkannt zu werden, warf er seine schwarze Oberbekleidung ebenso weg wie einen Rucksack und eine weiße Staubschutzmaske, mit der er sein Gesicht getarnt hatte.

Kassiererinnen haben zwei Räuber abblitzen lassen

Sämtliche Gegenstände hat die Polizei bei der Fahndung gefunden. Daher sehen die Ermittler recht gute Chancen, dem Räuber bald auf die Spur zu kommen. Die Kassiererin lieferte zudem folgende Beschreibung ab: 30 bis 35 Jahre alt und etwa 1,80 bis 1,90 Meter groß. Der Mann trug eine Baseballmütze, sein schwarzer Rucksack hatte ein auffälliges Nike-Emblem. Wer sich an den Mann erinnern kann oder ihn auf der Flucht gesehen hat, wird gebeten, die Kripo unter Tel.: 069 8098-1234 zu informieren.

Resolute Kassiererinnen haben in jüngster Zeit zwei bewaffnete Räuber abblitzen lassen - ohne groß darüber nachzudenken, dass die Weigerung, Geld herauszurücken, sie hätte in Gefahr bringen können. Mitte Februar hatte ebenfalls eine Mitarbeiterin des Urberacher Schlecker-Marktes die Kasse mit einer Tastenkombination gesperrt, obwohl sie mit einem Messer bedroht wurde. Der Ganove mit extrem hoher Stimme gab Fersengeld.

Im Sommer 2006 hatte eine Tankstellen-Angestellte sich nicht einschüchtern lassen, obwohl der Räuber gute 1,90 Meter groß war und eine Schusswaffe dabei hatte.

„Niemals den Helden spielen“

Natürlich ist der Polizei jedes verhinderte Verbrechen recht. Doch ihr Pressesprecher Ingbert Zacharias rät zur Umsicht: „Bei einem Überfall darf man auf keinen Fall den Helden spielen und den Räuber körperlich angreifen.“ Ein Täter stecke in der gleichen Stresssituation wie sein Opfer - nur dass er im Gegensatz zu ihm eine Waffe in der Hand hat und im Fall des Falles auch Gebrauch davon macht.

„Ruhe bewahren“, gibt Zacharias als Devise aus. Opfer eines Überfalls sollten sich den Täter genau anschauen, um der Polizei eine exakte Personenbeschreibung geben zu können. Ganz einfacher Tipp des Fachmanns: Die Größe stellt man am besten fest, wenn der Ganove durch die Tür verschwindet. Die misst in der Regel nämlich zwei Meter.

Quelle: op-online.de

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