„Koalition häuft Probleme an“

Recycling-Unternehmer will gegen größeres Gewerbegebiet kämpfen

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Seine Erd- und Sandhügel würden bei einer Erweiterung des Gewerbegebiets „Hainchesbuckel“ noch höher in die Landschaft ragen. Aber das ist nach Ansicht von Recycling-Unternehmer Jörg Rügemer nur ein Nachteil der Koalitionspläne.

Urberach - Die Gedankenspiele der schwarz-grünen Koalition, das Gewerbegebiet am „Hainchesbuckel“ zu vergrößern, stoßen auf Widerstand. Von Michael Löw 

Jörg Rügemer sieht sein Recycling-Unternehmen bedroht, befürchtet Nachteile für Messenhausen und ist sicher: Die Stadt findet keine Käufer für die neuen Grundstücke. Außerdem sei die Behauptung von CDU und Anderer Liste falsch, für die dort lagernden Sandberge fehle die Genehmigung.
Das Gewerbegebiet am „Hainchesbuckel“, das CDU und AL von vier auf zehn bis zwölf Hektar erweitern wollen, häuft mehr Probleme an, als es löst. Das sagt ein Unternehmer, dem die schwarz-grüne Koalition mit ihren Plänen eigenem Bekunden zufolge langfristig Sicherheit bieten will. Doch Jörg Rügemer, Geschäftsführer eines Bagger-, Fuhr- und Recyclingbetriebs, befürchtet genau das Gegenteil. „Eine für alle tragbare Lösung, die auch unserem Recycling-Platz eine Zukunft garantiert, wird nicht erreicht“, sagte er im Gespräch mit unserer Zeitung. Doch für ihn werde er kämpfen: „Unsere Existenz und unsere Firma hängen vom Recyclingplatz ab!“

Bis zu 10.000 Tonnen Bauschutt, Erdaushub, Sand und Mutterboden bereitet Rügemer jeden Monat auf dem 18.000 Quadratmeter großen Gelände an der Messenhäuser Straße auf. Was die riesigen Schredder-, Sieb-, Sortier- und Mischmaschinen ausspucken, ist ein Rohstoff, der unter anderem für den Straßen- oder Landschaftsbau verwendet werden kann.

Das Grundstück ist - grob gesehen - quadratisch. Nach den Koalitionsplänen würde es sich dagegen längs an einer noch zu bauenden Erschließungsstraße ziehen. Die Erdhügel würden dann weiter nach Westen wandern und noch einmal zehn Meter höher in die Landschaft ragen. Um den Messenhäusern diesen Anblick zu ersparen, hat Rügemer hohe Bäume um den bestehenden Recycling-Platz gepflanzt.

Die zusätzlichen Gewerbe-Hektar am „Hainchesbuckel“ lassen sich seiner Meinung auch nicht vermarkten. Wenn überhaupt, würde sich neben Shredderanlagen und Sandbergen nur verarbeitendes und damit lautes Gewerbe ansiedeln. „Oder würden Sie ein repräsentatives Bürogebäude neben uns bauen?“, fragt Jörg Rügemer die Politiker von CDU und AL rhetorisch.

Abbau von Strommasten in Urberach: Bilder

Scharf widerspricht der Unternehmer Behauptungen der Fraktionsvorsitzenden Michael Gensert (CDU) und Stefan Gerl (AL), wonach er teilweise illegal arbeite: „Für 70 Prozent der Fläche haben wir eine unbefristete Genehmigung des Regierungspräsidiums Darmstadt vom Januar 1997. Für 30 Prozent haben wir eine Duldung der Stadt Rödermark, bis sie uns einen besseren Standort vorschlägt.“ Doch in diese Richtung habe sich seit Jahren nichts bewegt: „Die Stadt hat nur verhindert und blockiert.“

Den Messenhäusern werde etwas vorgegaukelt, kritisiert Rügemer Überlegungen der Koalition, die Dreifaltigkeitskapelle auf einer weiteren neuen Straße zu umfahren. Die würde schwere Lastwagen nicht nur um das denkmalgeschützte Kirchlein, sondern auch um die Häuser in Messenhäuser und Kapellenstraße führen. Im Prinzip eine gute Sache. Doch Jörg Rügemer hält das für Augenwischerei: Die Mini-Ortsumgehung würde durch geschützte Landschaft verlaufen und dürfte politisch kaum durchsetzbar sein.

Der Koalitionsantrag zur Erweiterung des Gewerbegebiets „Hainchesbuckel“ wird am Dienstag, 27. Juni, im Stadtparlament diskutiert. Die Sitzung beginnt um 19.30 Uhr in der Halle Urberach.

Quelle: op-online.de

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