Reise durch die Literatur

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Bis Freitag können Besucher und Heimbewohner im Foyer des Hauses Morija in Bergen von Literatur stöbern und sich preiswert für die langen Leseabende eindecken.

Ober-Roden ‐ Bücherwoche im Haus Morija: das heißt viel guter Lesestoff und attraktive Bildbände oder Sachbücher für ganz wenig Geld, dazu zwei Rödermärker Literaten, die aus ihren eigenen Büchern lesen. Von Christine Ziesecke

Zur Eröffnung freuten sich die zumeist betagten Zuhörer aus dem Altenpflegeheim wie aus dem angrenzenden Haus Mamre auch in diesem Jahr wieder über hessische Mundart von Klemens Mieth. Am kommenden Freitag, 29. Oktober, wird Carola Hügli um 15.30 Uhr mit lyrischen Texten die Bücherwoche beschließen.

Margot Süß, die Vorsitzende des Freundeskreises ProMorija, begrüßte den Ober-Röder Autor. Er las aus dem Neuen Testament vor, das der Religionslehrer erstmals und vollständig in den heimatlichen Dialekt, ins Hessische, übersetzt hat. Verwundert lauschten die Zuhörer, von denen viele im Rollstuhl ins Foyer des Hauses gebracht und dort mit einem Gläschen Saft oder Sekt bewirtet wurden, den bekannten Worten der Bergpredigt oder so mancher Gleichnisse etwa: „Des Beispiel vumm barmherzzische Samarider“. In Hessisch klangen sie plötzlich sehr viel weicher und inniger und rauschten nicht einfach vorbei wie die gewohnten Formulierungen.

„Jesus hott kou Hochdeutsch geredd“

„Ich muss mich da vorher auch erst immer einlesen“, gestand der Übersetzer, den auch das Alte Testament zum Übersetzen in die Muttersprache reizt, der sich aber als nächste Aufgabe erst einmal das Einlesen von Hörbüchern gesetzt hat.

Angefangen hatte seine Liebe zur Bibelübersetzung, als er in der Abtei Münsterschwarzach von einem Mönch die Weihnachtsgeschichte auf Hessisch in die Hand gedrückt bekommen hatte und enttäuscht über die halbherzige Übersetzung war – nach drei Jahren Übersetzertätigkeit wurde dann sein eigener Erstling, das Neue Testament unter dem Titel „Jesus hott kou Hochdeutsch geredd“ veröffentlicht.

„Es ist gar nicht so einfach, man ringt um jeden halben Satz, und selbst jetzt beim Lesen habe ich schon wieder zwei Korrekturen angebracht. Es ist kaum gefälscht, nur die Sätze sind dem Sprachgebrauch gemäß umgestellt.“

Inzwischen ist die 2. Auflage erschienen und unter der ISBN-Nummer 978-3-8370- 4841-4 oder über Tipps auf der Internetseite von Klemens Mieth zu beziehen.

Nicht nur für die Gäste von außerhalb, sondern besonders für die Heimbewohner und Mieter des anliegenden Hauses Mamre bietet sich mit dem reich bestückten Büchermarkt bis zum Freitagabend die Möglichkeit, den ganzen Tag in aller Ruhe in Romanen und Kinderbüchern, Sachbüchern und Lexika zu schmökern und bei Gefallen zuzuschlagen.

Die Einnahmen des attraktiv angebotenen Bücherflohmarktes kommen über den Freundeskreis ProMorija dem Haus Morija und seiner Pflege vor allem dementer Patienten zu Gute.

Quelle: op-online.de

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