„Residenz“ Ende Juni bezugsfertig

Blick aus einer Wohnung im dritten Stockwerk: da, wo jetzt noch Pfützen und Baumaterialien einen unwirtlichen Eindruck hinterlassen, sollen in wenigen Monaten Grünanlagen, ein See mit einer Brücke, zahllose Sitzgelegenheiten und ein Bouleplatz das Gemeinschaftsgefühl der Bewohner fördern. Fotos: Ziesecke

Urberach - (chz) Die Bauarbeiten in der „Seniorenresidenz am Badehaus“ schreiten zügig voran und die ersten Einzugstermine stehen schon fest.

Zwischen den Wohnblöcken noch Erdhügel, kleinere Seenlandschaften und Baustoffberge, in den Fluren noch sichtbar die Leitungen für Gas, Strom und Wasser: Fantasie ist schon noch vonnöten, um Schlagworte wie „Konzept 50+“ oder „Selbstbestimmtes Wohnen“ mit Inhalt zu füllen.

Große Balkone oder Terrassen, helle Treppenhäuser, Aufzüge, stufenfreie Räume, breite Türöffnungen und großzügig bemessene Radien geben einen ersten Eindruck, wie man auch als älterer Mensch möglichst lange alleine zurecht kommt. Und selbst das Farbkonzept der Vorderfront verspricht eine durch farblich abgesetzte Nischen aufgelockert Fassade.

Die Planer des rund acht Millionen Euro teuren Projekts haben an vieles gedacht: Sie verzichten auf eine Fußbodenheizung, da viele ältere Bewohner mit Venenleiden zu kämpfen haben. Dazu Duschkabinen, die 1,20 Meter im Quadrat groß sind und notfalls auch einem Betreuer Platz bieten.

Der Ansturm beim Tag der offenen Tür war enorm, und die Firmen Jökel (Bau) und Vetter (Vermarktung) hatten alle Hände voll zu tun, die Informations- und Besichtigungswünsche zu erfüllen. Boris Vetter, Heiko Saßmannshausen, die Marketing-Mitarbeiterinnen Jenny Singer, Roswitha Ulmann und ihre Kollegen erläuterten tausend Fragen und wanderten durch die Stockwerke.

Die häufigste Bewohner-Konstellation an diesem Tag erwachsene Kinder mit ihren Eltern: so wie Familie Fiedler aus Münster, die für ihre Mutter aus Kaufbeuren nun in Urberach eine Wohnung ausgesucht haben. „Falls ich meine eigene Wohnung bis dahin verkauft habe, werde ich gleich am Anfang einziehen“, hofft Annemarie Fiedler.

Termin ist Ende Juni oder Anfang Juli. Heiko Saßmannshausen ist zufrieden: „Alles im Zeitplan. Vom ersten Moment an war die Fertigstellung für Juni geplant, dann gibt es auch ein großes Einweihungsfest. Wir hatten immer schon mit einem Polster geplant und haben nur einmal eine Firma wechseln müssen; das gab eine Woche Verzögerung, die ohnehin drin war.“ Auch der lange und kalte Winter hat keine Auswirkungen gehabt, ebenso wenig wie der tödliche Unfall im August, der die gesamte Mannschaft allerdings schwer belastet hat.

Die Hälfte der 45 Wohnungen ist verkauft, hauptsächlich Zwei- oder Dreizimmerwohnungen zur eigenen Nutzung. Die Finanzierung ist gemischt, teils über eigene Immobilien abgedeckt, teils mit Hilfe einer Volksbank. Jökel/Vetter helfen auch beim Veräußern der eigenen Immobilie. Trotzdem gab‘s beim Rundgang auch Sorgenfalten auf mancher Stirn: „Drei Euro Fixkosten pro Quadratmeter für Hausmeister und Aufzüge, zusätzlich zu den Umlagen von Gas und Strom - das ist ganz schön viel“, stöhnten zum Beispiel Alfred Röder und Christina Knapek.

Alle ursprünglichen Vorschläge der Residenz sind verwirklicht, vom Gästeappartement und Gemeinschaftsraum bis zur großen Außenterrasse, um im Sommer wie im Winter Gemeinschaft pflegen zu können.

Quelle: op-online.de

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