DLRG Rödermark hilft mit neuem Boot weit jenseits der Stadtgrenzen

Rettungsdienst an der Ostsee

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Sektflasche gegen Kunststoffboot - das ist weniger empfehlenswert: So begnügte sich Erster Stadtrat Jörg Rotter bei der Taufe des neuen Rettungsbootes „Seahawk“ mit einer gründlichen Sektdusche der Bootshülle. Den Rest genossen die Aktiven der DLRG Rödermark.  

Urberach - Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft hat am Badehaus ihr neues Rettungsboot getauft. Eingesetzt wird die „Seahawk“ am Marbachsee im Odenwald und an der Ostsee. Beides gehört in den Beritt der Rödermärker Retter. Von Christine Ziesecke 

DLRG? Wozu? In der Rodau ertrinkt schon niemand! Und im Badehaus gibt’s Schwimmmeister! Wohl wenige Rödermärker wissen, dass es in der Stadt seit 1962 einen sehr aktiven Ortsverein der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) gibt. Hier vor Ort hat er zwei große Aufgaben: Vorsitzender Uwe Prehl (67) und 17 Ausbilder bringen dem Nachwuchs das Schwimmen bei.

Erst am Dienstag hatte der DLRG-Bundesvorstand beklagt, dass es in Deutschland immer weniger gute Schwimmer gibt. Rödermark könnte da eine Ausnahme bilden. Denn die Schwimmkurse samstags sind voll: 85 Kinder zwischen fünf bis 13 Jahren trainieren. Weitere 80 stehen auf der Warteliste; die Wartezeit liegt bei zwei Jahren. Zugleich unterstützt die DLRG den Schwimmunterricht der Schule an den Linden.

Der zweite Schwerpunkt der örtlichen Arbeit ist die Unterstützung der Sanitätsdienste bei Veranstaltungen in der Kulturhalle oder auf Sportplätzen. Zudem gibt Uwe Prehl – inzwischen Rentner – ungezählte Erste-Hilfe-Kurse für Kindergärten, Schulen, Vereine und Firmen – rund 40 Lehrgänge mit fast 400 Menschen. „Das hat uns auch in die Lage versetzt, dass wir endlich unser 30 Jahre altes Rettungsboot durch ein neues ersetzen konnten, das etwa 5500 Euro kostet“, sagt Prehl.

Zur Taufe wurde es aus seinen Einzelteilen zusammengebaut. Prehl: „Noch brauchen wir zu lange dazu, beim alten Boot haben wir das in einer Viertelstunde geschafft – wir müssen es also trainieren.“ Gefaltet passt es in jeden Pkw-Anhänger. Das ist auch nötig, denn die DLRG-Truppe hat in Rödermark keinen Stellplatz, wo Hänger mit Boot abgestellt werden können. So muss es nach Übungen und Einsätzen stets nach Kranichstein in die Geschäftsstelle gebracht werden. Der Traum von Christian Rogge, dem technischen Leiter der Rödermärker Helfer: ein Mannschaftsbus mit Anhängerkupplung.

Bilder: Saison am Badesee eröffnet

Doch erst ist da mal Freude über die „Seahawk“. Bei der Taufe vor dem Badehaus sagte Erster Stadtrat Jörg Rotter: „Ich wünsche dir und deiner Besatzung allezeit gute Fahrt und immer mindestens eine Handbreit Wasser unter dem Kiel!“ Seinen Namen hat das Boot vom Wappentier des Vereins, dem Fischadler. Und die Sektflasche fehlte auch nicht – nur verbot es sich, die Pulle an den Rumpf zu knallen wie bei den klassischen Schiffstaufen. So ließ Rotter die Sektdusche nur über den Bug laufen und verteilte den Rest lieber unter den feiernden Vereinsmitgliedern.

In Rödermark wird die „Seahawk“ mit ihrem 20-PS-Mercury-Motor wenig zum Einsatz kommen. Denn geübt wird auf dem Marbach-Stausee im Odenwald, und dort macht die Mannschaft auch Rettungswachdienste. Doch die spannendste Zeit im Jahr sind die Dienste an der Ostsee, zu denen Uwe Prehl bis zu elf Wochen im Jahr wechselweise mit dienstfreien DLRG-Mitgliedern fährt. In diesem Jahr werden es aber nur vier Wochen sein, zu denen er im Juni aufbricht.

„Da können dann wirklich all die Notfall-Einsätze eintreten, die man aus Filmen wie jetzt Baywatch und so kennt“, berichtet der langjährige Wasserretter, der auch Rettungsschwimmabzeichen abnimmt. Die Gruppe selbst muss ihre Abzeichen und damit ihren Leistungsstand auch regelmäßig auffrischen. Dazu dient meist der Mittwochabend, an dem sich alle Ausbilder treffen und zum Beispiel auch Schnorchelscheine machen.

Weitere Infos gibt’s auf der Homepage https://roedermark.dlrg.de/. Wer eine Stellfläche für die „Seahawk“ kennt oder einen Stellplatz hat, kann dies über 06074/6963156 melden.

Quelle: op-online.de

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