„Wohnquartett S1“ liegt gut im Zeitplan

Richtspruch in luftiger Höhe

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Alle Blicke richteten sich zunächst auf Baustellenpolier Matthias Brieder in luftiger Höhe, dann stieg der Richtkranz in den Himmel.

Ober-Roden - Sieben Monate nach dem Spatenstich war gestern für Rödermarks größtes privates Wohnbauvorhaben Richtfest für 65 von insgesamt 130 Wohnungen, Büros, Praxen oder Geschäften und einer Kita auf einer früheren Industriebrache an der Odenwaldstraße.

Polier Matthias Brieder hielt hoch oben auf dem Gerüst den Richtspruch.

Das „Wohnquartett S1“ macht Rödermarks einst schlimmste Industrie-Altlast des Galvanikwerks Hitzel & Beck vergessen. Gestern war Richtfest für 65 Wohnungen in vier Häusern und 1000 Quadratmeter Gewerbeflächen. Erster Stadtrat Jörg Rotter hatte gleich doppelt Anlass zur Freude: Zum Einen über den schnellen Baufortschritt, zum Anderen über die Baugenehmigung für die Kita mit 51 Plätzen, die ausgerechnet gestern, pünktlich zum Richtfest, eingetroffen war. „Wir sind heilfroh, dass wir so schnell eine Kita bekommen, um den Bedarf zu decken“, sagte Rotter erleichtert. Die Stadt mietet die Kitaflächen für 20 Jahre an. Einziger Knackpunkt sind die kleinen Außenflächen. Für größere Spielaktionen müssen die Kinder zu einem Spielplatz um die Ecke laufen, der mit neuen Geräten aufgehübscht werden soll.

Für den Investor, die Atrium-Projektgesellschaft, begrüßte Timm Früchtenicht die Gäste. Er zog bei seinem Dank an alle Beteiligten vom bisherigen Verlauf der Bauarbeiten eine positive Bilanz. „Alles verläuft reibungslos. Wir sind total zufrieden“, hörten die Gäste, darunter auch viele Käufer.

Vertriebsleiter Stefan Blank berichtete zufrieden, von den 65 Wohnungen seien schon 20 verkauft und drei reserviert. Das Konzept, „Wohnen für Alt und Jung“ anzubieten, gehe auf. Zwischen Odenwaldstraße und S-Bahn entsteht das „Wohnquartett S1“. 65 Wohnungen, eine Tiefgarage für 137 Autos, 150 Fahrradparkplätze, Gewerbeeinheiten und die Kita bilden den ersten Bauabschnitt.

Das Gelände hat eine schmutzige Vergangenheit. Schon 1985 hatte das Regierungspräsidium erstmals eine „schwerwiegende Belastung mit Schwermetallen“ festgestellt. Doch erst lange nach der Pleite des Galvanikwerks Hitzel & Beck konnte die Sanierung von Boden und Grundwasser beginnen: im Herbst 2014. Sie wurde zum Kraftakt, den Stadt, Regierungspräsidium, Land und die Firma Früchtenicht (Babenhausen) meisterten.

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Das Unternehmen ließ die alten Hallen abreißen und den hochgradig verschmutzten Boden metertief ausbaggern und deponieren. Das Land bohrte mehrere bis zu neun Meter tiefe Brunnen, um das Grundwasser zu reinigen. Das wird noch Jahrzehnte dauern.

Die Stadt geht davon aus, dass das Wohnbauprojekt in Rödermark viele Familien nach Ober-Roden zieht. Deshalb mietet sie die 460 Quadratmeter (zwei Geschosse) für die Kita mit 40 Ganz- und elf Halbtagsplätzen. Diese Flächen im Haus 1 waren ursprünglich für Geschäfte und Büros vorgesehen. Ende 2018 ziehen die ersten Mieter und Käufer ein. Dann ist auch die Kita fertig. Nach den Weihnachtsferien 2018/2019 geht sie in Betrieb. (bp)

Quelle: op-online.de

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