50 Jahre Angelsportverein Ober-Roden

Rödermark: Riesenwels bleibt unvergessen

Angeln ist ein Hobby, dem Corona wenig anhaben kann. Der ASV Ober-Roden hat 56 Mitglieder. 30 von ihnen sind an einem der beiden Seen des Vereins aktiv.
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Rödermark: Angeln ist ein Hobby, dem Corona wenig anhaben kann. Der ASV Ober-Roden hat 56 Mitglieder. 30 von ihnen sind an einem der beiden Seen des Vereins aktiv.

Der Angelsportverein Ober-Roden feiert seinen 50. Geburtstag. Zwei eigene Seen und ein Clubheim machen viel Arbeit, sind aber auch der Grund, warum Corona den Petrijüngern aus Rödermark wenig anhaben kann. Denn Platz ist dort reichlich.

Rödermark – Jubiläum beim Angelsportverein Ober-Roden: Der 50. Geburtstag konnte zwar (noch) nicht groß gefeiert werden, ein bisschen stolz ist der ASV auf das halbe Jahrhundert aber natürlich trotzdem.

Der Verein wurde am 2. Februar 1971 um 20.20 Uhr in der Gaststätte der Turnerschaft gegründet. 18 Personen standen auf der Anwesenheitsliste. Heinz Seibert erinnert sich noch gut an die Anfänge. Schließlich war der 85-Jährige in den ersten knapp zwölf Jahren der Vorsitzende, auch heute trifft man ihn noch regelmäßig an den beiden ASV-Seen in Waldacker. Unter den Gründungsmitgliedern war auch eine Gruppe um Seibert, die zuvor bereits am Main ihrem Hobby nachgegangen war. „Das ist ein schöner Ausgleich. Man hat Ruhe, muss Geduld haben und auch die Gesellschaft ist schön“, beschreibt Seibert, der seit seinem fünften Lebensjahr angelt, die Angel-Faszination.

Dem aktuellen Vorstand um Heinz Berker geht es ähnlich. Nach seinem Eintritt 1984 wurde er als Besitzer gleich in den Vorstand berufen, seit 1998 steht Berker an der Spitze des 56 Mitglieder starken Vereins. Davon sind 30 aktive Angler. Mit dem Nachwuchs sieht es nicht so gut aus, die Mitgliederzahlen sind kontinuierlich zurückgegangen. „Wir liegen bei einem Altersschnitt von etwa 65 Jahren“, berichtet Rechner Michael Zerling, der den guten Zusammenhalt im Verein lobt. Vor gut zehn Jahren hatte der ASV noch über 100 Mitglieder.

Gemeinsam ist ihnen die Begeisterung fürs Angeln, der sie auch ausgiebig nachgehen. Die Pflege der Seen und des Vereinsheims sowie in „normalen“ Jahren die Vorbereitung von Veranstaltungen kommen hinzu. „Es ist schon viel Arbeit“, sagt Heinz Berker mit Blick auf das Gelände. Der Versickerungssee direkt hinter dem Vereinsheim war die erste gepachtete Wasserfläche, die der Verein bewirtschaftete. An ihm finden 40 Angler Platz. Den einige hundert Meter entfernten Berngrundsee, eine ehemalige Kiesgrube, pachtete der Verein 1973. In den Achtzigerjahren ging er in das Eigentum des Vereins über.

Die Angler haben es während Corona noch ganz gut getroffen. Da es keine Probleme gibt, die vorgeschriebenen Abstände einzuhalten, durften die ASV-Mitglieder ihrem Hobby immer nachgehen. Mit Blick auf Veranstaltungsausfälle hat die Pandemie aber natürlich auch auf den Angelsportverein Auswirkungen. Das Backfischessen an Karfreitag, die wichtigste Veranstaltung im Jahresverlauf, fiel nun zum zweiten Mal aus.

Zu Beginn der Pandemie hatte der Vorstand noch die Vorbereitungen in Angriff genommen – alles umsonst. Dieses Jahr hatte man im Wissen, dass der Lockdown das Backfischessen unmöglich machen wird, schweren Herzens erst gar nicht mit der Organisation begonnen. Immerhin konnte der ASV in den vergangenen Jahren dank Wetterglück und eines hohen Besucherzuspruchs Rücklagen bilden.

Mit Blick auf mögliche Jubiläumsveranstaltungen betont der Vorstand, dass der runde Geburtstag noch gefeiert wird. „Es wird auf jeden Fall ein Fest geben. Wann, wissen wir halt noch nicht“, bleibt Heinz Berker notgedrungen ungewiss: vielleicht im Herbst, vielleicht auch erst im kommenden Jahr. Wie in allen Lebensbereichen ist auch bei den Anglern Flexibilität gefragt.

Karpfen sind die am meisten gefangenen Fische. Auch schöne Zander schwimmen in den beiden Seen, sagen die Vorstandsmitglieder. Normalerweise gibt es anhand der Fanglisten der Mitglieder jährliche Besatzmaßnahmen. Auf diese hat der ASV mangels Einnahmen in diesem und im vergangenen Jahr allerdings verzichtet. Da sich genug Fische im Wasser tummeln, ist das kein Problem.

Eine Ausrüstung für Einsteiger sei für rund 100 Euro erhältlich, schätzt Rechner Michael Zerling. Nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Heinz Berker schätzt, dass bei seiner Ausrüstung im Laufe der Jahrzehnte ein Wert von 10 000 Euro zusammen gekommen ist. Der Angelladen sei da bisweilen „das Schuhgeschäft für den Mann“, scherzt Diana Zerling, die im ASV für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Je teurer, desto leichter die Ausrüstung, lautet eine Faustformel. Wobei vom Preis nicht abhängt, ob der Fisch anbeißt. „Der sieht ja nicht, was es kostet“, meint Heinz Berker. Längst gibt es digitale Bissanzeiger, die auf dem Handy Alarm schlagen, falls einer anbeißt und es sich der Angler mal ein paar Meter neben seiner Ausrüstung gemütlich gemacht haben sollte. Der größte Fang des Vereins stammt übrigens aus dem Jahr 2007. Damals zog Peter Most einen 1,84 Meter langen Wels aus dem Berngrundsee. Sogar das Fernsehen kam nach Waldacker. (Sascha Eyßen)

Rödermark: Vorsitzender Heinz Berker präsentiert stolz den größten Fang der Vereinsgeschichte – den Kopf eines 184-Zentimeter Welses.

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