Rink fordert Kern heraus

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Vom InnovationsCentrum Rödermark ins Ober-Röder Rathaus? Wirtschaftsförderer Norbert Rink geht für die CDU ins Rennen um den Bürgermeisterposten. Rink ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder.

Rödermark ‐ Der parteilose Chef des IC Rödermark, Norbert Rink, ist Bürgermeisterkandidat der CDU und in gut einem Jahr wahrscheinlich der aussichtsreichste Herausforderer für Amtsinhaber Roland Kern (AL). Von Michael Löw

Der CDU-Vorstand nominierte den 55-Jährigen am Montagabend einstimmig - wenige Stunden, nachdem die Christdemokraten die Koalition mit der FDP aufgekündigt hatten.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Michael Löw

Norbert Rink ist ein Angebot für alle Wähler“, begründete die CDU-Vorsitzende Patricia Lips die Entscheidung und räumte unumwunden ein, dass die CDU-Spitze vor der letzten Bürgermeisterwahl Fehler gemacht habe: „Vor fünf oder sechs Jahren entstand der Eindruck, dass manches hinter verschlossenen Türen beschlossen worden ist. Entsprechend war das Ergebnis. Wir haben verstanden und unsere Konsequenzen gezogen.“

Gemeint war der Versuch der Parteiführung, gleichzeitig mit dem Bürgermeisterkandidaten Alexander Sturm schon den damaligen Fraktionsvorsitzenden Jörg Rotter als dessen Nachfolger im Amt des Ersten Stadtrats zu präsentieren.

Fleiß und Ernsthaftigkeit

Doch länger mochte sich Patricia Lips gestern Nachmittag nicht mit der Vergangenheit aufhalten. Für den Kandidaten Norbert Rink sprächen seine Kompetenzen als Unternehmer und Wirtschaftsförderer sowie sein breit gefächertes Engagement im Vereinsleben (Lesen Sie dazu unten: Zur Person). Er gehe Aufgaben in allen Bereichen mit Fleiß und Ernsthaftigkeit an. „Rödermark braucht einen Motor und nicht nur einen Moderator“, kritisierte Patricia Lips den seit 2005 präsidial regierenden Bürgermeister aber nur sachte.

Roland Kerns Popularität zweifelten weder sie noch Rink an: „Es ist schwer, aber nicht unmöglich, gegen einen solchen Amtsinhaber zu gewinnen.“ Einen Wahlkampf unterhalb der Gürtellinie oder nur knapp darüber will Rink auf jeden Fall vermeiden. Als „eher diplomatischer Mensch“ setze er auf die Erfolge in seinem bisherigen Berufsleben und seine ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit.

Rink hat beste Beziehungen ins Vereinsleben

Gemeinsam und in aller Schärfe wiesen Lips und Rink den immer wieder von AL und SPD geäußerten Vorwurf zurück, die damalige schwarz-gelbe Koalition habe Rink den IC-Vorstand 2007 zugeschanzt, um ihn frühzeitig als Bürgermeisterkandidaten und Gegengewicht zu Roland Kern aufzubauen: „Ich bin nicht über die politische Schiene ins Amt gekommen, sondern über ein ganz normales Bewerbungsverfahren.“ Längst stehe auch Bürgermeister Roland Kern zu den Erfolgen des IC wie die Ansiedlung des Rodgauer Gerüstspezialisten Ulma vor anderthalb Jahren im Industriegebiet von Ober-Roden.

Rink wohnt in Ober-Roden und hat beste Beziehungen ins dortige Vereinsleben. Was seiner Ansicht nach aber kein Nachteil ist: „Wir sind seit über 30 Jahren Rödermark, und ich bin kein Kirchturmpolitiker!“ Geheiratet hat er am 23. August 1980, dem Tag, an dem die Großgemeinde Rödermark ihre Stadtrechte erhielt. Und ganz skeptische Urberacher beruhigt Norbert Rink gern mit seinen familiären Banden in den Nachbarstadtteil: „Dank meines Opas väterlicherseits habe ich eine viertel Wurzel nach Urberach.“

Zur Person

  • Norbert Rink wurde am 1. November 1954 geboren, wuchs in Ober-Roden auf und besuchte dort auch die Grundschule.
  • Nach dem Abitur am Dieburger Goethegymnasium studierte er Volkswirtschaft in Mainz.
  • Von 1980 bis 1985 arbeitete er im Vertriebsmanagement der Deutsche Leasing AG, Frankfurt. Seine Aufgabe: Das damals in vielen Branchen kaum bekannte Leasing als Instrument zur Finanzierung von Immobilien oder Maschinen populär zu machen.
  • 1985 übernahm er das Möbelgeschäft seiner Eltern in der Dieburger Straße und baute es zu einem Einrichtungshaus mit Premium-Charakter aus.
  • Norbert Rink ist seit über 20 Jahren Mitglied im Verwaltungsrat der St. Nazarius-Gemeinde und war mitverantwortlich für Millionenprojekte wie die Renovierung der Kirche und den Bau des „Forum St. Nazarius“. Bei der Fußwallfahrt der Ober-Röder Katholiken nach Walldürn trägt er schon etliche Jahren die Pilgerfahne.
  • Wortwitz und musikalisches Talent beweist er seit 35 Jahren bei den „Bänkelsängern“ der TGO-Karnevalisten.
  • Seit mehr als zehn Jahren ist Rink Präsident des Fußball-Oberligisten Germania Ober-Roden. 2008 sorgte er mit seinem Vorschlag, ein Stadion für den FC Germania und die Urberacher Viktoria zu bauen, für Furore.

Quelle: op-online.de

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