Rodau kehrt in ihr Bett zurück

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Hier gut zu erkennen: Der Bach, der dem Rodgau seinen Namen gab, fließt eingeschnitten und schnurgerade am Oberwiesenweg entlang. Das soll sich nun ändern: Die Rodau soll sich ihren Weg selbst suchen.

Rödermark - Die Rodau bekommt in der „Grünen Mitte“ ihr natürliches Bett zurück - mit viel menschlicher Hilfe. Gestern markierten Bauleiterin Silke Flachs und der Gewässerökologe Gottfried Lehr die letzten Stücke, die noch ausgebaggert werden müssen. Von Michael Löw

Der Bach, der dem Rodgau seinen Namen gab, fließt tief eingeschnitten und schnurgerade am Oberwiesenweg entlang. An trockenen Sommertagen rinnen pro Sekunde ganze 20 bis 50 Liter durch den zwei Meter tiefen Graben. Nach heftigen Gewittern, die die Kanäle in Urberach zum Überlaufen bringen, steigt die Menge auf bis zu 5 000 Liter. Dann steht an manchen Stellen der Weg unter Wasser, in Ober-Roden kriegen Gartenbesitzer nasse Füße.

Ein Sanierungsfall: Die Rodau.

Nach der Renaturierung kann sich die Rodau auf 450 Meter Länge in einem 50 Meter breiten Korridor ihren Weg selbst suchen. 8 000 Kubikmeter Erde wurden zwischen den Gärten und Pferdekoppeln am Rand von Urberach und dem Rödermarkring bewegt. Die Rodau ist breiter und nicht mehr so tief geworden, an den Ufern soll sich eine Auenlandschaft entwickeln beziehungsweise im November angepflanzt werden. Gewässerfachmann Lehr geht davon aus, dass bald wieder Schmerlen, Gründlinge und Stichlinge in diesem Teil der Rodau schwimmen und der Eisvogel Bruthöhlen gräbt. Das habe die Erfahrung in Weiskirchen, Obertshausen und Mühlheim gezeigt, wo der Bach bereits mäandert. 390 000 „gut angelegte Euro“, so Bürgermeister Roland Kern, kostet die Rodau-Renaturierung, das Land trägt 70 Prozent der Kosten. Am 2. Oktober (15 Uhr) wird die Rodau in ihr neues Bett umgeleitet.

Quelle: op-online.de

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