Rödermärker leben ziemlich sicher Lachnummern

Rödermark -  Die Zahl der in Rödermark angezeigten Straftaten ist 2008 auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren gesunken. 1 199 mal wurden Rödermärker Opfer von Räubern, Dieben oder Betrügern - das entspricht einem Rückgang von 12,2 Prozent.

Den bisherigen Höchststand meldete die Polizei 2004 mit 1 656 Straftaten. „Es gab voriges Jahr kein einziges Kapitalverbrechen“, brachte Michael Berkefeld, Chef der Ermittlungsgruppe in Dietzenbach, die positivste Nachricht auf den Punkt.

Kripomann Berkefeld sowie der Leiter der Polizeistation Dietzenbach, Klaus-Peter Daube, und sein kommissarischer Stellvertreter Andreas Conrades erläuterten gestern Nachmittag im Gespräch mit unserer Zeitung die Kriminalstatistik 2008. Die war nicht nur von sinkenden Fallzahlen, sondern auch von einer gestiegenen Aufklärungsquote geprägt: 51,7 Prozent aller Straftaten konnte die Polizei als erledigt abhaken, 2007 lag dieser Wert noch bei 46,4 Prozent. Rödermark ist damit die viertsicherste Kommune im Kreis Offenbach.

Die Zahl der nächtlichen Wohnungseinbrüche sank von 55 auf 43, die Zahl der Wohnungseinbrüche tagsüber ging von 26 auf 18 zurück. Diese Verbrechen werden von den Bürger als besonders bedrohlich empfunden, weil die Täter in ihre unmittelbare Umgebung eindringen und oft auch die persönlichsten Dinge durchwühlen.

Ein Minus von 79 Prozent (55 statt 261 Fälle) registrierte die Polizei bei den Autoaufbrüchen. Am stärksten gefährdet sind nach wie vor Besitzer von Porsche, Mercedes, BMW & Co.: Meist lettische oder litauische Profibanden haben es auf hochwertige Navigationssysteme abgesehen, die sie blitzschnell ausbauen.

20 Körperverletzungen auf Straßen und Plätzen hören sich zunächst einmal viel an. Doch der „normale“ Rödermärker muss laut Daube nicht allzu viel Angst haben, in aller Öffentlichkeit zusammengeschlagen zu werden: Täter und Opfer kennen sich meist, besonders gern geraten betrunkene Streithähne auf der Kerb aneinander.

„Rödermark ist aus meiner Sicht ein Schlaraffenland“, kommentierte Berkefeld die Bilanz. In der ganzen Stadt gibt es nicht einmal eine Handvoll besonders hartnäckiger (Klein-)Krimineller, die durch immer die selben Delikte auffallen. Entsprechend oft rücken Berkefelds Leute denen auf die Pelle. Prävention durch Abschreckung, nennt das Berkefeld.

Grundsätzlich, so Berkefeld und Daube, versuchten die gut 70 Beamten der Dietzenbacher Station im Vorfeld zu verhindern, dass einmal auffällig gewordene Jugendliche ernsthaft auf die schiefe Bahn geraten. Dabei arbeiten sie eng mit Schulen, Sozialämtern, Familienfürsorge oder kommunalen Präventionsräten zusammen.

In der Diskussion um die von allen Parteien geforderten Videokameras auf den Bahnhöfen von Ober-Roden und Urberach bekräftigte Schutzpolizei-Chef Klaus-Peter Daube gestern nochmals seine Bedenken: „Grundlage einer Überwachung muss eine gewisse Zahl von Delikten sein. Aber die geht gegen Null!“ Gleichzeitig verwies er aber auch auf die guten Erfahrungen, die Polizei und Nell-Breuning-Schule mit der Überwachung der Fahrradabstellplätze auf dem Schulhof machten. Diebstähle oder Beschädigungen hätten quasi über Nacht aufgehört.

Rödermark (lö) Die neue Pizzeria im Breidert zieht zwielichtiges Gesindel in Massen an. Dieses düstere Bild beschwören die Gegner der Kneipe immer wieder. „Dabei ist sie schon vor ihrer Einweihung ein echter Kriminalitäts-Schwerpunkt“, schmunzeln Daube und Berkefeld. Rund 20 Strafanzeigen haben der Wirt und seine Nachbarn gegeneinander gestellt. Die Polizei habe beiden Parteien in einem Gespräch unmissverständlich klar gemacht, dass sie Besseres zu tun habe als nach verschwundenen „Pizza nein danke“-Plakaten oder den Verursachern von künstlich vereisten Einfahrten zu fahnden.

Ebenfalls nur noch lächeln können die Polizisten über den zweiten „Schwerpunkt“, den Parkplatz des ehemaligen „Paramount Park“. Der falle nur noch auf, wenn dort wie seit Januar ein Zirkus lagert und Kamelmist auf benachbarten Feldern entsorgt wird oder die auf winzigen Zetteln vereinbarten Pachtzahlungen an die Grundstücksbesitzer ausbleiben.

Dümmster Krimineller des Jahres 2008 war ein Scheckkartendieb, der gut getarnt zum Geldautomaten einer Urberacher Bank ging und nach getaner Arbeit die Maske fallen ließ und frontal in die Überwachungskamera guckte. Aber solche Pappenheimer gibt es längst nicht nur in Rödermark.

Quelle: op-online.de

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