Bürgerinitiative (BI)

Der Stress und die Abgase machen sie krank: Bürger fordern Verkehrsentlastung in Rödermark

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Auch außerhalb der Rush Hour wird"s auf der Urberacher Hauptstraße eng. Dann machen keine Staus, sondern ihrer Meinung nach zu schnell fahrende Autos den Anwohnern Kummer.

Eine neue Bürgerinitiative (BI) fordert eine Entlastung der Hauptstraßen. Die meisten Aktiven kommen aus Urberach, wo die Anwohner der Ortsdurchfahrten schon seit Jahrzehnten vergeblich auf weniger Staus, Lärm und Abgase vor ihren Häusern hoffen. 

  • In Rödermark-Urberach fordert die BI eine Entlastung des Verkehrs
  • Diskussion ist nicht neu
  • Der Vorwurf: Die Politik setze das Problem seit Jahrzehnten aus

Rödermark - Aus Ober-Roden hat sich Norbert Kern angeschlossen, der seit 2018 – ebenfalls ohne Erfolg – versucht, den Lkw-Schleichverkehr von der zentralen „Kipferl“-Kreuzung fernzuhalten. „Einzeln kommen wir nicht weiter. Deshalb haben wir uns zusammengetan“, sagt Kern. Das war im Herbst.

„Mittelfristig muss eine Umgehungsstraße her. Kurzfristig wollen wir mit besserer Ampeltechnik, einer geänderten Beschilderung, funktionierenden Blitzern und Kreiseln an den Ortseinfahrten die Situation verbessern“, fasst Willi Zoll die wichtigsten Forderungen aus Urberach zusammen. Auch die intensive Kontrolle des seit 1992 geltenden Lkw-Durchfahrtsverbots gehört dazu.

Stumpfe Waffe: Aus den Rödermärker Starenkästen blitzt es schon lange kaum noch. 

Rödermark: Verkehr - "Politik sitzt Problem seit Jahrzehnten aus"

Die PolitikerRödermarks sitzen das Problem seit Jahrzehnten aus, kritisieren die erbosten Bürger, die sich seit Jahrzehnten über Staus, Krach und Abgasmief ärgern. Die von den meisten Parteien favorisierte Umfahrung Urberachs auf der Landesstraße 3317 und der Kreisstraße 180 (K-L-Trasse) ist für sie keine realistische Alternative.

Nach einer Zählung für den Bundesverkehrswegeplan fahren auf Traminer und Konrad-Adenauer-Straße täglich 10 800 Pkw und 560 Lastwagen. 2025, so die Prognose, sollen's 24 000 Pkw und 3 000 Laster sein. Der Autostrom verdoppelt sich – vorsichtig formuliert. Diese Zahlen sind allerdings schon einige Jahre alt. Aktuelle Werte soll ein Verkehrsgutachten liefern, das am 11. März im Bauausschuss vorgestellt wird.

Verkehr in Rödermark: Rücksichtslosigkeit, Aggressivität und hohes Tempo

Die Menge ist der zählbare Aspekt der Belastung. Doch die Anwohner klagen auch über Rücksichtslosigkeit bis hin zu Aggressivität und zu hohes Tempo. Aber Messungen seien in Rödermark Fehlanzeige. „Andere Kommunen haben da massiv aufgerüstet. Bei uns sind die Blitzer außer Betrieb“, sagt Zoll und verweist auf Dietzenbach. In der Nachbarstadt ist fast jede Kreuzung mit Kontrollsäulen bespickt.

Johanna Kühn, die am südlichen Ende der Traminer Straße wohnt, fürchtet um die Lebensqualität in Urberach: „Die Abgase der Autos hängen zwischen den Gebäuden und ziehen kaum ab. Lärm ist Stress. Und Stress und Abgase machen krank.“ Ortskernbelebung besteht ihrer Ansicht nach in Urberach nur aus immer mehr Autos, die nichts anderes wollten, als so schnell wie möglich durch den Ort zu fahren.

Rödermark: BI verlangt Konzept - der Verkehr soll entlastet werden

Die BI verlangt vom Magistrat ein Konzept zur Entlastung der Ortsdurchfahrt. Sowohl Hessen Mobil als auch die Verkehrsbehörde des Kreises hätten ihm erklärt, dass die Stadt ein solches Papier präsentieren muss, sagt Norbert Kern. Die übergeordneten Behörden würden nur Finanzierbarkeit und Umsetzbarkeit prüfen. Das Rödermärker Argument, die Stadt sei nicht zuständig, will die BI deshalb nicht mehr gelten lassen.

Die große Taubhaus-Kreuzung soll zu einem Kreisel umgebaut werden. Das forderten 2012 die Freien Wähler und vor gut einem Jahr alle im Stadtparlament vertretenen Fraktionen. Doch bis heute gibt es kein Konzept, das der Magistrat der Verkehrsbehörde Hessen Mobil zur Prüfung vorlegen kann. Foto: Löw

Mit einer Unterschriftensammlung will sie während der nächsten Wochen Druck machen. Johanna Kühn, Willi Zoll, Norbert Kern und die übrigen BI-Aktiven setzen auf persönliche Betroffenheit und gehen mit ihren Listen durch die Nachbarschaft. Die Unterschriften sollen möglichst vor der Sitzung des Bauausschusses an Bürgermeister Jörg Rotter übergeben werden.

Von Michael Löw

Die Diskussionen sind nicht neu. Seit 50 Jahren wird in Rödermark-Urberach über die Entlastung des Verkehrs diskutiert. Und auch die Parksituation in Rödermark sorgt immer wieder für Ärger. Es herrscht große Uneinigkeit über den Umgang mit Falschparkern in der Stadt.  

Quelle: op-online.de

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