Die Chaostage sind vorbei

Corona zum Trotz: Am Wertstoffhof kehrt langsam Normalität ein

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Aus dem Garten auf den großen Haufen: Kompostierungsanlage und Wertstoffhof haben seit knapp drei Wochen wieder offen. Anfangs gab es noch Chaos auf der verstopften Kapellenstraße. Doch der große Andrang ist vorbei, so langsam pendelt sich der Normalbetrieb mit Masken und Abstandhalten ein.

Etliche Kommunen in der Nachbarschaft schlossen während der Anfangsphase der Corona-Krise ihren Wertstoffhof. Auch die „Altstoff- und Grünabfallannahmestelle“ an der Kapellenstraße war für mehrere Wochen dicht. Mittlerweile herrscht aber fast wieder Normalbetrieb.

Rödermark – Als Hauptgrund für die vom 23. März bis zum 16. April dauernde Schließung hatten die Kommunalen Betriebe (KBR) nicht das Ansteckungsrisiko, sondern die Verkehrssituation angeführt. Wegen des Rückstaus sei es zu gefährlichen Überholmanövern gekommen. Auch weil viele Leute die Corona-Zwangspause nutzten, um daheim zu entrümpeln, herrschte größerer Andrang. Mittlerweile scheint sich dieser normalisiert zu haben. Die Sicherheitsabstände würden in Corona-Zeiten vorbildlich eingehalten, lobt die Stadt. Zusätzliche Öffnungszeiten sollen dafür sorgen, dass die Nutzung der Anlage zeitlich entzerrt und Staus vermieden werden können.

„Das hat sich bewährt“, sagte Christian Volkert am Samstag zu den Maßnahmen. Volkert ist bei der Dienstleistungsgesellschaft (ESO) der Stadt Offenbach beschäftigt, die zwei Mitarbeiter für den Rödermärker Wertstoffhof abstellt. Hinzu kommen Mustafa Basak und ein weiterer Kollege seiner Firma BRR Sicherheitsservice, die sich unter anderem um die Einlasskontrollen kümmern und die Fahrzeuge einweisen. Ihre Abfälle abliefern dürfen nämlich nur Rödermärker oder Personen, die in Rödermark ein Grundstück besitzen.

Das wird auch kontrolliert. Denn in der ersten Phase der Corona-Krise seien auch immer wieder Bürger aus Nachbarkommunen vorbei gekommen, deren Wertstoffhof bereits geschlossen hatte, berichtet Mustafa Basak. Es gebe immer wieder Stoßzeiten in denen Hochbetrieb herrsche, und dann auch wieder Phase, wo es ruhiger sei, so Christian Volkert.

Trotz überwiegend positiver Erfahrungen – heile Welt herrscht auch auf dem Wertstoffhof nicht immer: Uneinsichtige Anlieferer, die sich nicht ausweisen wollen und dann aggressiv werden, sind zwar die Ausnahme, es gebe sie aber schon mal von Zeit zu Zeit, berichtet Mustafa Basak. Regelmäßig werde auch abends oder nachts einfach Müll vor dem Tor abgestellt.

Aber generell, so betont Basak, laufe es gut. An den Samstagen sei der Andrang meistens am stärksten. Am vergangenen Wochenende wäre aber auch der Freitag sehr stark frequentiert gewesen. Als in der ersten Corona-Phase der große Andrang herrschte, war das Ordnungsamt zur Unterstützung vor Ort und kümmerte sich um den Stau auf der Straße.

Die Rödermärker verhielten sich in Zeiten der Pandemie beim Abliefern ihrer Abfälle meist vorbildlich, die Abstände würden eingehalten. Nur selten musste der Sicherheitsdienst eingreifen: „Wenn die Leute anfangen, sich zu unterhalten, dann sagen wir schon mal: Bitte zügig abladen und weiterfahren“, meint Mustafa Basak.

Ab in den Container: Kevin Brandt brachte Elektroschrott auf den Wertstoffhof. Längere Wartezeiten waren für ihn in den vergangenen Wochen nur sehr selten ein Problem.

Für die Mitarbeiter ist das Tragen von Masken Pflicht. Für die Anlieferer zwar nicht, viele tragen dennoch welche. So auch Kevin Brandt, der öfter Gartenabfälle bringt. Am Samstag war aber Elektroschrott an der Reihe. „Ich habe extra gewartet, da ich nichts wegzubringen hatte, was dringlich war“, sagt der Urberacher. Er habe er mit größeren Wartezeiten sehr selten Probleme gehabt: „Man muss schon Pech haben, dass es hier komplett voll ist. Ich bin froh, dass es hier so eine Anlaufstelle gibt.“

Auch Rudi Zischka hatte ein Lob für die Mitarbeiter parat: „Hier gibt es überhaupt keine Probleme, die organisieren das hier immer gut.“ Da er sich um drei Gärten kümmere und auch aus der Nachbarschaft mal Grünabfälle mitnimmt, komme er regelmäßig an die Kapellenstraße. Auch einmal vor einigen Wochen als die Coronoa-Krise noch frisch war. Aber auch da sei es von den Wartezeiten her gegangen. Michael Naundorf aus Ober-Roden brachte Gartenabfälle und war ebenfalls voll des Lobes für das Personal.

Service

Seit vergangenem Wochenende dürfen auch wieder Gelbe Säcke auf den Wertstoffhof gebracht werden. Damit ist das reguläre Serviceangebot wieder komplett. Die Anlage ist montags, mittwochs und freitags von 14 bis 19 Uhr sowie samstags von 8 bis 16 Uhr geöffnet.

ey

Quelle: op-online.de

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