Bürgermeister lehnt ab

Edeka will ins Industriegebiet

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Edeka hat ein Auge auf das ehemalige Baugeschäft Gotta in der Max-Planck-Straße geworfen. Die Grundstücksbesitzer würden das Gelände gerne an die Supermarkt-Kette verkaufen, aber die Stadt verweist auf den Bebauungsplan. Der verbietet großflächigen Einzelhandel.

Ober-Roden - Edeka würde in Rödermark gerne einen Markt eröffnen, Privatleute bieten dem Unternehmen ein Grundstück an. Doch der Magistrat sagt „Nein!“ und verweist auf den Bebauungsplan. Von Michael Löw

Passt großflächiger Einzelhandel in ein Gewerbegebiet? Die FDP hat mit einer Anfrage an den Magistrat erneut eine Diskussion entfacht, wie sie vor knapp drei Jahren um den Bau eines Rossmann-Drogeriemarktes in der Senefelderfelder Straße schon einmal geführt wurde. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Tobias Kruger wollte wissen, wie konkret das Interesse von Edeka am Standort Ober-Roden ist und ob die Stadt dem Unternehmen ein Grundstück angeboten hat.

An die 20 Gespräche haben Edeka-Vertreter schon mit ihm oder der Bauverwaltung geführt, verdeutlichte Bürgermeister Roland Kern die Ernsthaftigkeit des Ansinnens. Der Hamburger Einzelhandelsriese sucht ein 5000 bis 10.000 Quadratmeter großes Grundstück mit guten Zufahrtsmöglichkeiten. Die Stadt hat aber keines.

Das Angebot von Margarete Weber und Marianne Gotta-Sauer, die rund 12.500 Quadratmeter in der Max-Planck-Straße an Edeka verkaufen wollen, lehnt der Bürgermeister ab. Sein Argument: Großflächiger Einzelhandel ist nach einem Stadtverordnetenbeschluss vom November 2015 im Gewerbegebiet nicht genehmigungsfähig. CDU, AL, SPD und Freie Wähler hatten im Zuge der Rossmann-Diskussion das Areal „Nördlich des Rödermarkrings“ planerisch neu geordnet. Damit war der Weg frei für den rund 650 Quadratmeter großen Drogeriemarkt. Große Geschäfte müssen sich andere Grundstücke suchen.

Das wollen Margarete Weber und Marianne Gotta-Sauer nicht hinnehmen. Die Schwestern haben das frühere Baugeschäft ihres Vaters, auf dem auch eine große Zimmerei untergebracht war, geerbt und an acht kleinere Firmen vermietet. Sie würden die 12.500 Quadratmeter lieber heute als morgen verkaufen.

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„Wir schaffen das nicht mehr, und es lohnt sich auch nicht mehr.“ So begründete Marianne Gotta-Sauer im Gespräch mit unserer Zeitung, warum sie und ihre Schwester Kontakt zu einem Projektentwickler aufnahmen, der sich auf Supermärkte spezialisiert hat. Das Grundstück habe die ideale Größe für das „repräsentative Einkaufen“, das Edeka anstrebt, und sei über die Max-Planck-Straße wohl für Kunden als auch für Lieferanten gut anfahrbar.

Die Schwestern fordern die Stadt auf, den Bebauungsplan zu ändern. „Anderswo geht das ja auch“, sagt Marianne Gotta-Sauer und nennt kleine und große Beispiele, wo die Stadt Investoren entgegenkam und Gewerbegebiete umwidmete: Rossmann, „Paramount Park“ und vor über 20 Jahren das Bosch-Gelände.

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Passiert in der Max-Planck-Straße nichts, befürchten die Schwestern, dass die betagten Hallen und Büros über kurz oder lang zu einer Bauruine verkommen.

Quelle: op-online.de

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