Orientierung in der neuen Heimat Rödermark

Ehrgeiziges Frauen-Projekt des Flüchtlingsnetzwerks

Das Projekt „Zeit der Frauen“ des Netzwerks für Flüchtlinge Rödermark startete mit einem Besuch des Ledermuseums in Offenbach.
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Das Projekt „Zeit der Frauen“ des Netzwerks für Flüchtlinge Rödermark startete mit einem Besuch des Ledermuseums in Offenbach.

Auch die Veranstaltungsreihe „Sommer der Frauen“ leidet unter der Krise. Die Programmmacher mussten umdenken. Aus dem „Sommer der Frauen“ wurde deshalb die Reihe „Zeit der Frauen“. Was hat es damit auf sich?

Rödermark - „Eigentlich sollte es ein ‚Sommer der Frauen‘“ werden, jedoch Corona machte auch uns einen Strich durch die Rechnung“, bedauert Brigitte Speidel-Frey, die Vorsitzende des Vereins Netzwerk für Flüchtlinge in Rödermark (NFR). „Nach einer Zeit des Stillstands bekamen wir von der Partnerschaft für Demokratie Kreis Offenbach im Rahmen des Bundesprogramms »Demokratie leben!« des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend jedoch endlich grünes Licht, dass das Projekt im Juli starten kann.

Nach den interkulturellen Workshops 2018 und den Länderabenden 2019 wuchs der Gedanke, etwas nur für Frauen ins Leben zu rufen. So entstand „Sommer der Frauen, der nun in „Zeit der Frauen“ umbenannt wurde, denn das Projekt soll 2021 fortgesetzt werden.

Gerade Flüchtlingsfrauen haben es schwer, sich in einer ihnen unbekannten Umgebung zurechtzufinden. Zwar gibt es Tätigkeiten wie Einkaufen, Kochen, Kinder beaufsichtigen und vieles mehr, aber diese beinhalten nicht zwangsläufig, dass man mit Menschen aus dem Ort, an dem man lebt, zusammen und ins Gespräch kommt. Und sie beinhalten auch nicht, dass die Frauen mehr über die Gesellschaft und die Mentalität der Menschen hier bei uns erfahren.

Männer, die in Arbeit sind, haben sowohl mit der Sprache als auch mit dem Umgang mit Kollegen einen deutlichen Vorsprung. Hinzu kommt, dass einige Frauen hier allein oder auch mit Kindern angekommen sind. Für diese Frauen ist es noch schwerer, bei uns eine neue Heimat mit Menschen, die sie im Alltag ansprechen und über ihre neue Umgebung befragen können, zu finden.

Das Projekt bietet dieses Jahr Ausflüge, aber auch Begegnungen in der Gruppe, Herausforderungen wie Fahrradfahren lernen, einen Abend mit dem Ausländerbeirat und einen Filmabend.

„Für das kommende Jahr gibt es noch keine festen Pläne, aber ganz sicher werden wir wieder eine gute Mischung aus Gemeinschaft, Kultur, aber auch Unterstützung bei der Suche nach Arbeitsmöglichkeiten und Fragen und Antworten zum Leben in unserer deutschen Demokratie im Programm haben“, verspricht Brigitte Speidel-Frey. „Zusammen mit einer Feier zum 30jährigen Bestehen des Vereins Netzwerk für Flüchtlinge werden wir gegen Ende 2021 mit einer Fotoausstellung ‚Frauen auf der Flucht‘ sowie Fotos vom Projekt und Erinnerungen sowie Erlerntes von ‚unterwegs‘ bereichern.“    (chz)

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