Gericht weist Klage von Rödermarkern ab

Schulweg darf ruhig lange dauern

+

Rödermark - Gut zwei Stunden Schulweg (hin und zurück) sind für einen Zehnjährigen zumutbar. Dieser Auffassung ist die 3. Kammer beim Verwaltungsgericht Darmstadt. Die Kammer wies die Klage eines Elternpaares aus Rödermark ab.

Vater und Mutter wollten gegenüber dem Staatlichen Schulamt für Stadt und Kreis Offenbach durchsetzen, dass ihr Sohn die Ricarda-Huch-Schule in Dreieich, also ein klassisches Gymnasium, besucht. Weil dort die 5. Klassen nach der Rückkehr der Schule zu G9 einen Ansturm erleben und voll sind, wurde der Junge abgelehnt und sollte stattdessen nach Neu-Isenburg aufs Gymnasium gehen.

Lesen Sie auch:

Kampf dem Gymnasialvakuum

Das wollen die Eltern auf keinen Fall. Der Weg sei zu weit. Sie protestierten zusammen mit anderen Müttern und Vätern im Juli vor dem Kreishaus in Dietzenbach und beriefen sich auf das Recht der freien Schulwahl. Insgesamt waren 24 Kinder aus Rödermark abgelehnt worden. Jürgen Gasper, Pressesprecher des Verwaltungsgerichts, stellt klar, dass kein Rechtsanspruch auf den Besuch einer bestimmten Schule bestehe, sofern im Gebiet eines Schulträgers mehrere Schulen denselben Bildungsgang anbieten. Lediglich der Bildungsgang sei frei wählbar. Wobei Bildungsgang hier nicht die Einschränkung auf das klassische Gymnasium bedeute, sondern lediglich auf den gymnasialen Schulzweig - in welcher Schulform auch immer.

Aufnahmeanspruch bestehe ohnehin nur, soweit die Kapazität der gewünschten Schule dies zulasse. Die Ricarda-Huch-Schule überschreite sowieso bereits in Einzelfällen die Obergrenze von 30 Kindern je Klasse. Daraus allerdings einen Anspruch abzuleiten, dass dies immer so sein müsse, sei nicht statthaft. Generell sei dem Zehnjährigen die Dauer des Schulwegs zumutbar. „In ländlichen Gebieten Hessens gibt es weit schwierigere Schulwegsituationen.“

bp

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare