Türkische Stadt Hekimhan

FDP: Keine Partnerstadt in der Türkei

Rödermark - Die FDP will die Diskussion um eine Partnerschaft zwischen Rödermark und der türkischen Stadt Hekimhan sofort beenden.

In der Provinz Malatya, zu der Hekimhan gehört, haben 69,6 Prozent der Wähler der umstrittenen Verfassungsreform von Präsident Recep Tayyip Erdogan zugestimmt. Landesweit lag dieser Wert nur bei gut 51 Prozent. Die FDP fordert in einem Antrag für die Stadtverordnetenversammlung am 16.  Mai den Abbruch aller Gespräche. „Für die FDP kommt eine Partnerschaft mit einer Stadt aus einem Land, das sich zu einem Präsidialtotalitarismus hinbewegt, in dem die Wiedereinführung der Todesstrafe debattiert wird und die Basis für die Demokratie wie Presse- und Meinungsfreiheit sowie Unabhängigkeit von Polizei und Justiz in schnellen Schritten abgeschafft werden, nicht in Frage“, sagt Partei- und Fraktionsvorsitzender Tobias Kruger.

Hekimhan liegt in Südostanatolien und ist die Heimat vieler der 1320 in Rödermark heimisch gewordenen Türken. Wegen dieser starken Bindungen wird seit 2008 über eine Städtepartnerschaft diskutiert. Im Frühjahr 2016 hatte eine Rödermärker Delegation aus Vertretern aller Fraktionen unter Leitung von Bürgermeister Roland Kern Hekimhan besucht und eine Partnerschaft befürwortet. Einen Antrag im Parlament hat es bisher noch nicht gegeben und soll es nach dem Willen der FDP auch nicht geben.

Kruger begründet das nicht nur mit grundsätzlichen Erwägungen: Er befürchtet, dass die türkischen Behörden auch Rödermärker Gäste festnehmen, wenn sie Erdogans System kritisieren. (lö)

Rege Beteiligung der Deutschtürken an Verfassungsreferendum

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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