Nell-Breuning-Schule fragt 1 000 Jugendliche

Gute Noten fürs Homeschooling in Rödermark

Die Nell-Breuning-Schule (NBS) hat rund tausend Fünft- bis Zehntklässler um ihre Meinung zum Homeschooling gefragt.
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Die Nell-Breuning-Schule (NBS) hat rund tausend Fünft- bis Zehntklässler um ihre Meinung zum Homeschooling gefragt.

Das dürfte hessenweit wohl einmalig sein: Die Nell-Breuning-Schule (NBS) hat rund tausend Fünft- bis Zehntklässler um ihre Meinung zum Homeschooling gefragt. Die Schulen gehörten Mitte März zu den ersten Einrichtungen, die in die Corona-Zwangspause geschickt wurden.

Rödermark – Für die Mittelstufe war der Unterricht daheim fast zwei Monate Alltag – mit all seinen Freiheiten, aber auch mit all seinen Tücken. Mehr als 500 Jugendliche beteiligten sich an der Online-Umfrage. Und sie gaben dem Homeschooling, das Rektorin Christine Döbert und das NBS-Kollegium auf die Beine gestellt hatten, überwiegend gute Noten. Klar ist aber auch: Die Qualität des Fernunterrichts hängt stark von der Unterstützung durch die Eltern und die Technik in den Familien ab.

  • Sehr positiv haben die Schüler registriert, dass die Lehrkräfte fast immer für sie zu sprechen waren. Die Erreichbarkeit lag zwischen 93 und 99 Prozent.
  • Den Messenger haben alle Jahrgänge intensiv genutzt und als sehr hilfreiches Kommunikationsmittel angesehen. Auch diese Werte bewegten sich zwischen 90 und 98 Prozent. Er soll auch in wieder „normalen“ Zeiten als Kommunikationsmittel beibehalten werden. Das sahen 65 Prozent aller Fünft- und 78 Prozent aller Zehntklässler so. Dieser Wert stieg kontinuierlich mit dem Alter an.
  • Die jüngeren Jahrgänge erhalten sowohl bei der Organisation der Arbeitsaufträge als auch inhaltlich erwartungsgemäß die meiste Unterstützung von ihren Eltern. Spitzenreiter waren die Jahrgänge fünf und sechs mit 95 beziehungsweise 87 Prozent Elternhilfe. Die höheren Jahrgänge schafften das Homeschooling mit zunehmendem Alter deutlich selbstständiger. Die Achtklässler kamen auf 58 Prozent, bei den Zehntklässlern sank der Wert auf 36 Prozent. Die inhaltliche Qualität der Elternhilfe wurde in der Umfrage nicht erfasst.
  • Klar war aber auch, dass Homeschooling nicht ohne Reibungsverluste funktioniert. Im Jahrgang fünf und sechs haben viele Schüler zunächst länger gebraucht, sich zu organisieren (33 beziehungsweise 25 Prozent). Dann aber haben sie die Aufgaben gleichmäßig abgearbeitet. Die älteren Schüler beschrieben das gleichmäßige Verteilen von Beginn an als ihre typische Arbeitsweise.
  • Schüler aller Jahrgänge kommen mehrheitlich sehr gut oder gut mit den Aufgaben zurecht. Tenor: Sie fühlen sich herausgefordert, aber nicht überfordert, oder genau richtig gefordert. Das sahen die Jahrgänge fünf, sechs und acht zu 75 Prozent so. In den drei übrigen Klassenstufen schwankte der Wert zwischen 58 und 63 Prozent.
  • Die „freie Zeiteinteilung beim Bearbeiten der Aufgaben“ wird durchgängig sehr geschätzt und als „am meisten motivierend“ genannt.
  • Mit Blick auf die Weiterarbeit wünschen sich die Jüngeren eher einen Wochenplan (Jahrgang fünf und sechs: 68 und 56 Prozent). Die Älteren bevorzugen langfristige Arbeitsaufträge (Jahrgang sieben: 59 Prozent, Jahrgang acht: 69 Prozent, Jahrgang neun: 67 Prozent, Jahrgang zehn: 76 Prozent).
  • Die Qualität des Homeschooling hängt von der technischen Ausstattung ab. In vielen Familien gibt’s keinen stationären Computer oder Laptop mehr. Rund die Hälfte der Schüler muss den Unterricht vollständig über das Smartphone erledigen, was unter Umständen schwierig ist
  • Ebenfalls rund 50 Prozent aller NBS-Mittelstufenschüler haben keinen oder nur sehr eingeschränkten Zugang zu einem Drucker. Zu diesem Ergebnis war schon vorher eine Umfrage des Elternbeirates gekommen.
  •  Am meisten nervte die Schüler, dass die Aufgaben zu unterschiedlichen Zeiten kommen, dass Aufgaben über verschiedene Plattformen kommen oder dass Aufgaben zu schwer sind. In allen Jahrgängen waren das die drei meist genannten Antworten, Mehrfachnennung war möglich.
  • Schüler arbeiten nicht gerne auf verschiedenen Lernplattformen und bevorzugen es, wenn alles auf einem Kanal abläuft.
  • Die letzten beiden Fragen konnten frei formuliert beantwortet werden. Deshalb gibt’s hier keine Prozentwerte. Zu fast 100 Prozent waren sich die Umfrageteilnehmer einig, dass sie Klassenkameraden, Schule, Lehrer und den „richtigen“ Unterricht vermissen.

Aals nächstes wollen Rektorin Döbert und ihr Stellvertreter Lutz Reeh wissen, wie die Oberstufenschüler mit dem Homeschooling klar kommen.

VON MICHAEL LÖW

Am 2. Juni sollen die Kitas wieder öffnen. Ein Kindergarten in Rödermark braucht eine Woche länger. Das hat einen Grund: Die Corona-Auflagen.

Quelle: op-online.de

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