Dach ist undicht

Sanierung der Halle Urberach wird noch teurer

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Beim Einbau neuer Luftschächte wurde entdeckt, wie marode der Dachaufbau ist. Nun muss das Parlament entscheiden, was zu geschehen hat.

Rödermark - Die Sanierung der Halle Urberach wird langsam zu einem Fass ohne Boden. Jetzt ist auch noch das Dach undicht.

Privatbesitzer älterer Häuser kennen das: beim Renovieren gibt es immer wieder böse Überraschungen. Macht man hier ein Loch zu, tut sich dort ein neues auf. Diese bittere Erfahrung macht derzeit die Stadt bei der Frischzellenkur für die fast 40 Jahre alte Halle Urberach. Seit dem vergangenen Wochenende ist klar: auch das Dach ist sanierungsbedürftig. Offensichtlich war das geworden, als Mitarbeiter einer Bad-Homburger Dachdeckerfirma neue Lüftungsschächte auf dem Dach montierten. Erst dabei sei entdeckt worden, wie marode der Dachaufbau teils ist.

Besonders gelitten hat eine von Blech verkleidete Holzverschalung an der äußeren Dachaufmauerung. Das Holz unterm Blech ist aufgequollen und vergammelt. Auch von „Wassereintritten“ ist die Rede. Das berichtete gestern Erster Stadtrat Jörg Rotter vor der Presse. Ihn nervt die negative Entwicklung sichtlich. Kein Wunder. Die einst veranschlagten Kosten von 2,2 Millionen Euro sind schon durch überraschende Asbestfunde und deren Beseitigung um 400.000 Euro in die Höhe geschnellt. Gerade war die Asbest-Baustelle im Griff, tut sich das nächste Problem auf: das Dach.

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Wie teuer dessen Reparatur wird, vermochte Rotter gestern noch nicht zu sagen. Ob es überhaupt im großen Stil erneuert wird, ist außerdem derzeit noch offen. „Wir könnten es auch nur teilweise abdichten. Dann fangen wir in drei Jahren aber wieder von vorn an“, blickt Rotter in die Zukunft. Am 7. Oktober sollen die Zahlen, Daten und Fakten zur Dachsanierung bei einer Sondersitzung der Betriebskommission auf dem Tisch liegen. Beraten werden könnte darüber dann theoretisch am 8. Oktober in der Stadtverordnetenversammlung.

Für 9. Oktober hat die Stadt die Vereine zum Gespräch eingeladen, weil die Halle nun noch viel länger als geplant als Übungs- und Veranstaltungsort ausfällt. Vor der Sommerpause 2014 soll allerdings Wiedereröffnung sein. Zuletzt hieß es Ende Januar 2014. Das bringt den Terminkalender der Stadt und der Vereine natürlich gründlich durcheinander. Zum Beispiel wird die städtische Weihnachtsfeier deshalb in der Kulturhalle Ober-Roden umziehen.

Schon vor Wochen hatte es zwischen den Vereinen, Stadtrat Rotter und dem Leiter des städtischen Fachbereichs 5 (Kultur, Vereine, Ehrenamt), Gregor Wade, ein Gespräch gegeben, wie die Vereine die Durststrecke durchstehen könnten. Die Vereine nutzen die Halle Urberach immerhin an 35,5 Stunden die Woche. Und diese Stunden mussten nun anders verteilt werden.

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Als Ausweichquartiere stehen die Sporthalle Ober-Roden, die Halle der Nell-Breuning-Schule und die Sporthalle der Schule An den Linden zur Verfügung. Fazit des Gesprächs: Fast alle Sportangebote bleiben bestehen - wenn auch manche zeitlich gekürzt. Nur die Alt-Herren-Fußballer aller fünf Rödermärker Fußballvereine, die Freizeitgruppe des Volleyballclubs und die Jedermänner des KSV fallen wegen Platzmangels durchs Raster.

Weitere Zusatzkosten verursacht nun nicht allein das undichte Dach. Überdies entspricht die alte Halle nicht mehr den aktuellen Bestimmungen für den Betrieb von Sportstätten. Dazu beigetragen haben auch die Umbauten während der Asbestsanierung. Deshalb muss nun an den Wänden ein Aufprallschutz angebracht werden, um das Verletzungsrisiko für die Sportler zu mindern. Auch die Verglasung über den Umkleidekabinen muss teils ausgetauscht werden. Ob's das dann tatsächlich war, steht in den Sternen. So ein Altbau ist eben ein Fass ohne Boden.

bp

Quelle: op-online.de

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