Nachsorge am Wochenbett

Hebammen im „SchillerHaus“: Hilfe für Mütter, die niemanden für Nachsorge am Wochenbett haben

Kleine Menschen brauchen große Zuneigung. Und ihre Eltern brauchen die professionelle Hilfe von Hebammen, die aber immer schwerer zu finden ist. 
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Kleine Menschen brauchen große Zuneigung. Und ihre Eltern brauchen die professionelle Hilfe von Hebammen, die aber immer schwerer zu finden ist. 

Rödermark – Manchmal hilft der Zufall, gelegentlich nutzen Beziehungen, oft aber sind alle Mühen vergebens: Eltern finden immer schwerer eine Hebamme, obwohl gesetzlich versicherte Frauen in den ersten zwölf Wochen nach der Geburt einen Anspruch auf die Wochenbett-Betreuung haben. 

Denn viele freiberufliche Hebammen geben auf, weil die Haftpflichtversicherung (ab 1. Juli: 9 098 Euro/Jahr) ihre ohnehin nicht üppige Vergütung noch weiter schmälert. Der Deutsche Hebammenverband und die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe warnen schon seit Jahren vor der Verschlechterung der Geburtshilfe.

Auch Christiane Rasmussen vom Urberacher „SchillerHaus“ musste nach der Geburt ihrer Tochter 2014 lange nach einer Hebamme suchen. Wegen dieser Erfahrung nahm sie vor gut einem Jahr das Projekt Hebammen-Sprechstunde in Angriff. Sie konnte drei Hebammen gewinnen, die ab 28. Januar die Nachsorge bei Müttern übernehmen, die nach der Geburt immer noch ohne Hebamme klarkommen müssen.

„Das ist eine Notfallsprechstunde, die eine umfangreiche Wochenbett-Betreuung zu Hause nicht ersetzen kann“, warnt Sozialdezernentin Andrea Schülner vor übertriebenen Hoffnungen. Doch ein kleiner Schritt ist getan: Tanja Bobrow, Jasmin Beissel und Sarah Upgang bieten die wichtigsten Untersuchungen für Mutter und Kind sowie eine Beratung an. Gezahlt wird"s von den gesetzlichen Krankenkassen.

Die Stadt hat mit Unterstützung des Bundesfamilienministeriums eine Untersuchungsliege und eine Babywaage fürs Sprechzimmer im Familienzentrum Liebigstraße 65 angeschafft.

In Rödermark gibt es schon lange keine Hebammen mehr, hat Christiane Rasmussen feststellen müssen: Katharina Welsch, die Frau des evangelischen Pfarrers, war die Letzte. Sie zog mit ihrer Familie im Februar 2010 von Ober-Roden nach Frankfurt. Fündig wurde Christiane Rasmussen in Mainhausen, Langen und Bad Soden.  

Service

Die Sprechstunde beginnt am 28. Januar und findet dienstags von 8 bis 10 Uhr in der Kita Liebigstraße statt. Ab dem 19. März kommt eine zweite Sprechstunde donnerstags von 15 bis 18 Uhr hinzu. Die Terminvergabe erfolgt direkt über die Hebammen Tanja Bobrow (ab 28. Januar, E-Mail t.bobrow@gmx.de, z 0160 92190490) und Jasmin Beissel (ab 19. März, E-Mail jasmin.schiewer@gmail.com, z 01590 5483816).

Quelle: op-online.de

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