Quicklebendige Kinderspielstadt rund um die Villa Kunterbunt

"KiSS"-Einwohner zahlen in "Rottis"

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Gewählt und ausgesprochen aktiv: „KiSS“-Bürgermeisterin Thanna, zehn Jahre jung.

„Rödermark im Kleinformat“ hieß es vor vielen Jahren bei der Premiere der Kinderspielstadt. „KiSS 2019“ heißt das Ferienprojekt diesmal, das – nach der Wiederaufnahme vor sechs Jahren – mittlerweile auf dem Gelände der „Villa Kunterbunt“ daheim ist.

Urberach –  Es ist eine Stadt für Kinder, mit allem, was ein Gemeinwesen ausmacht: Arbeitsamt und Steuern, Bürgermeister und Vollversammlungen, Hauptamt und Ehrenamt – alles da und alles im gleichen Prinzip wie schon in den frühen 90er Jahren. „Wir haben nur den Tagesablauf etwas geändert“, erzählt Sozialpädagogin Stephanie Grabs, die mit sechs Mitarbeitern der Fachabteilung Jugend und sechs weiteren Ferienbetreuern den Rahmen für die Stadt geschaffen hat, den die Kinder möglichst autonom füllen sollen.

„Wir haben nur noch vormittags feste Arbeitszeiten, nachmittags ist frei für Ehrenämter oder ganz persönliche Freizeit. Schließlich haben die Kinder ja Ferien und sollen sich ausleben können.“ Die Spielstadtbewohner sind in der ersten Woche 39 und in der zweiten Woche 35 Bürger zwischen acht und zwölf Jahren. Auch Flüchtlingskinder und Kinder mit Handicaps sind darunter – ganz so wie im richtigen Leben. „Doch hier sehen wir eh jedes Kind als etwas Besonderes an, da fallen die ‚besonderen Kinder‘ gar nicht auf“, erläutert Stephanie Grabs, die aber froh über den guten Betreuungsschlüssel ist. Der ergibt sich schon allein aus der Tatsache, dass die Betreuer selbst viel Spaß an dieser Arbeit haben. Nur so erklärt sich, dass etwa Ida Schoßer (20) oder Niklas Metz (23) nacheinander Stadtranderholung, Kinderspielstadt und anschließend noch Kolpings-Zeltlager betreuen.

Post, Bank und Ausleihstelle für Spielgeräte: Hier werden persönliche Konten ebenso geführt wie Briefmarken gestaltet und verkauft.

Dank einer flammenden Vorstellungsrede wurde die zehnjährige Thanna zur Bürgermeisterin von „KiSS 2019“ gewählt – was sie mit viel Engagement und guten Ideen dankte. Sie sorgte nach einer der täglichen Vollversammlungen dafür, dass ein (bisher nicht geplanter) Ausflug für die Bürgerinnen und Bürger angeboten wird: So fährt die ganze Einwohnerschaft heute in den Freizeitpark Steinau – dank dem Busunternehmen Hain auch so kurzfristig noch möglich.

Morgens nach dem Eintreffen sitzt Thanna im Arbeitsamt, wo sich jeder täglich neu für einen Job bewerben kann, und treibt die Steuern ein – anteilig zum Verdienst, der in diesem Jahr in neuen „Rottis“ ausbezahlt wird. Die Ära des „Kern“ als Währung ist vorbei.

Wer sich den Freizeitspaß aus nächster Nähe gönnen möchte: Morgen Nachmittag sind alle Rödermärker zum Abschlussfest in die „Villa Kunterbunt“ eingeladen: Dann werden noch einmal selbst geschaffene Waren verkauft, das Kids-TV zeigt seine Beiträge, und das über Tage einstudierte Theaterstück erlebt seine Premiere.  chz

Quelle: op-online.de

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