Drei Jungtiere

Naturschutzbund beringt Vogelnachwuchs: Jungstörche kriegen Reisepass

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Die Störche von der Kläranlage sind zum zweiten Mal Eltern geworden. Sie haben drei Jungvögel großgezogen. Der Naturschutzbund (NABU) hat sie jetzt beringt – den Zugvögeln sozusagen einen Reisepass ausgestellt.

Ober-Roden – Der NABU-Vorsitzende Dr. Rüdiger Werner hat die Familie von Meister Adebar von Anfang beobachtet. Seit der ersten erfolgreichen Storchenbrut in Rödermark nach rund 60 Jahren im vorigen Jahr hatte er die Hoffnung, dass das Storchenpaar wiederkommt und an der Kläranlage in Ober-Roden Junge großzieht. Die Hoffnung wurde erfüllt. Bereits Ende Februar trafen die Störche aus ihrem Winterquartier ein. Nach der Paarung Ende März schlüpften vermutlich um den 30. April herum die Jungstörche. „Lange Zeit war nicht klar, wie viele Störche sich diesmal im Nest befinden, bis sich Ende Mai erstmals gut sichtbar erneut drei Jungstörche zeigten“, freute sich Werner über das Ende der Ungewissheit.

Amtlich registriert: Die drei Ober-Röder Jungstörche haben jetzt eine individuelle Kennung. Fotos:

Da der künstliche Nistplatz an der Kläranlage – im Vergleich zu den Baumnestern an der Gersprenz oder am Reinheimer Teich – leicht zugänglich ist, bot es sich für den NABU an, die Jungstörche beringen zu lassen. Klaus Hillerich, der im Auftrag der Vogelwarte Helgoland in ganz Südhessen Störche beringt, verpasste den drei gesunden Jungvögeln einen persönlichen Ausweis aus Metall. Die Rödermärker Störche sind als 2V046, 2V047 und 2V048 markiert und eindeutig erkennbar.

Rüdiger Werner geht davon aus, dass die diesjährige Brut nicht mehr lange bei den Eltern bleibt: Sie werde noch in den ersten Juli-Tagen das Nest verlassen und dann selbstständig umherziehen.

Herr der Ringe: Klaus Hillerich ließ sich zum Nest an der Kläranlage hieven, damit er den Vogelnachwuchs rechtzeitig vorm Flüggewerden markieren konnte.

„Wir freuen uns sehr, dass sich unser Aufwand gelohnt hat, unser Storchennest so gut angenommen wurde und wir ein so fürsorgliches Elternpaar nach Rödermark locken konnten. Es ist unser festes Ziel, bei der Rückkehr der Störche im Februar 2020 eine zweite Nestplattform aufgestellt zu haben und wir so einem zweiten Storchenpaar das Angebot unterbreiten können, in Rödermark seine Jungen aufzuziehen“, kündigt Werner an. 

Quelle: op-online.de

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