Streife im Einsatz

Fund bei Frühjahrsputz: Polizei beschlagnahmt Müll sofort

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Ein Fall für die Polizei: Die Kolpingsfamilie entdeckte in ihrem Sammelrevier aufgebrochene Geldkassetten.

Wieder einmal nötig war der Frühjahrsputz im hessischen Rödermark. Doch dann wurde die Aktion zu einem Fall für die Polizei. 

Rödermark – Gut, weil ungleich mehr Teilnehmer als in den vergangenen Jahren bereit waren, den Dreck anderer Leute wegzuräumen; und nötig, weil sich an den Straßenrändern und an Feldern und Waldrändern wirklich sehr viel angehäuft hatte, was wahrlich nicht dahin gehört.

Allerdings kam gar nicht aller eingesammelter Müll beim städtischen Betriebshof an. Die Kolpingsfamilie hatte notgedrungen einen anderen Weg der „Entsorgung“ eingeschlagen: „Wir haben drei Tüten weniger dabei als wir gesammelt haben – den Rest hat die Polizei gleich mitgenommen“, berichtete Kai-Uwe Müller bei der Materialrückgabe an Matthias Kroneisen von den Kommunalen Betrieben. Die Sammler waren zwischen dem „Eichenhof“ und der Kita der „Minikids“ auf einen noch recht frisch abgelegten Fund wahrscheinlich krimineller Art gestoßen. 

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Mehrere nummerierte und offenbar mit Stemmeisen oder Ähnlichem aufgebrochene (und natürlich leere) Geldkassetten waren den Kolpingern einen Anruf bei der Polizei wert. Die schickte auch umgehend eine Streife vorbei, die alle Fundstücke säuberlich sicherte, eintütete und mitnahm. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei handelt es sich bei dem Fund um die Innereien von Spielautomaten: Kassenfächer, Speichermodule und andere Bauteile. Sie konnten noch keiner Tat zugeordnet werden. Trotzdem liegt es nahe, dass es Diebesgut ist.

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Ganz so spektakulär waren die Funde der rund 190 ehrenamtlichen Müllarbeiter am Samstag nicht. Aber die Zahl der gefüllten farblosen Tüten an den Wegrändern stieg minütlich; dazu kamen Autofelgen, Gartenstühle, Holzpaneele, Fahrradreste und viele weitere Großteile.

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Bei den Tüteninhalten war’s wie immer. Neben zahllosen leeren Schnaps-, Bier-und Weinflaschen waren vor allem Zigarettenkippen und natürlich die unvermeidlichen Papierberge ein steter Quell des Ärgers. Gut, wenn man dafür schon allein aus Gewichtsgründen gut gerüstet war wie etwa Oliver August mit seinem Lastenfahrrad. Er fährt täglich per Rad über Rollwald zur Arbeit nach Rodgau und ärgert sich ebenso täglich über den Müll am Straßenrand – nun sorgte er eigenhändig für Abhilfe.

Archivbilder

Bilder: Frühjahrsputz in Rödermark

Wie er waren diesmal zahlreiche „private Tagesgäste“, wie es die Statistik ausdrückt, in vollem Einsatz. 18 Vereine von A wie ADFC und Angelsportverein bis zu Q wie Quartiersgruppen aller Ortsteile, sechs private Gruppen oder Familienverbände und 184 angemeldete Sammler waren unterwegs, darunter 45 Kinder. Dazu kamen viele Kurzentschlossene, die von Sturm und kleinen Schauern nicht abgeschreckt wurden.

Die größte Gruppe war mit knapp 50 Teilnehmern wieder die Ahmadiyya-Gemeinde Rödermark. Im Vergleich zum vergangenen Jahr lagen rund 30 Anmeldungen mehr vor.

Die genauen Zahlen für 2019 will die Stadt in wenigen Tagen veröffentlichen. Beim abschließenden Imbiss im Betriebshof dankten das Vorbereitungsteam und Erster Stadtrat Jörg Rotter allen fleißigen Helfern. Wie schon in den vergangenen Jahren hatten Kindergärten und Schulen ihren eigenen Beitrag zur Müllsammlung geleistet.

Von Christine Ziesecke

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Quelle: op-online.de

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