Tag der Nachbarschaft

Quartiersgruppen leisten in Rödermark wertvolle Arbeit

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Handarbeit: Helfer der Quartiersgruppe Urberach haben die Rodauquelle zugänglich gemacht.

Nachbarschaft im guten Sinne heißt Plausch am Gartenzaun; Päckchen annehmen, wenn der Postbote nebenan vergebens klingelt; nachts vorsichtshalber anrufen, wenn ungewohnte Geräusche aus der Nachbarwohnung kommen; im Sommer gießen, im Winter Schnee schippen.

Rödermark – Gute Nachbarschaft ist wie eine Versicherung – gerade bei den vielen Alleinlebenden heutzutage. Nachbarschaft ist im besten Fall Familienersatz, Tür an Tür, wo Familien heutzutage so oft weit getrennt leben (müssen).

Nachbarschaft geht aber über Haus und Garten hinaus. Stadtplaner und Soziologen benutzen dafür gerne Begriffe wie „Quartiersarbeit“. Sie definieren damit ein begrenztes Umfeld, in dem Menschen mit ähnlichen Bedürfnissen und ähnlichen Wünschen leben. Daraus haben sich im aus unterschiedlichen Ortsteilen zusammengewürfelten Rödermark vier Gruppen entwickelt. Zum heutigen Tag der Nachbarschaft will unsere Zeitung deren Arbeit beleuchten.

„Wir sind Breidert“

Unter diesem identitätsschaffenden Namen und gemäß dem Motto „Vom Nebeneinander im Miteinander zum Füreinander“ leistet seit der ersten Zukunftswerkstatt 2012 ein dynamisches Team um Karlheinz Weber wohl die strukturierteste und vielfältigste Quartiersarbeit. Newsletter, gemeinsame Ausflüge, Straßenfeten, ökologische Projekte machen diese Gruppe zum Musterobjekt.

Eines der Vorzeigestücke: das renovierte „Braaret-Bernsche“, ein Brunnen im Wald. Dort hat das Team zwar ab und zu gegen Feuer, Müll und Vandalismus zu kämpfen hat, vor allem aber hat es ein Ausflugsziel vor der eigenen Haustür geschaffen, das im Herzen des von NABU und Kindergärten mit betreuten Vogel- und Fledermausreviers liegt.

Nicht kleinzukriegen: Schon zwei Mal feierten die Breidert-Bewohner die Einweihung ihrer durch Böller oder Feuer zerstörten Mini-Bibliothek.

Ein zweites immerwährend im Mittelpunkt stehendes Projekt ist die mittlerweile dritte quietschgelbe Bücherzelle. Zwei Vorgängerinnen der Mini-Bibliothek wurden durch Böller und Feuer mutwillig zerstört. Aber die Praktiker in der Quartiersgruppe haben ihr immer wieder neues Leben eingehaucht. Momentan kämpft die Mannschaft mit dem „Zuviel“ an Lesestoff, der hier abgestellt wird. Doch die Arbeit lohnt sich hier ebenso wie am mitgestalteten Generationenspielplatz am Maiglöckchenpfad.

Weitere Infos unter: quartier-breidert.de

Quartier Waldacker

Den Breidertianern zogen die Bürger in Waldacker nach – ein Ortsteil, der abgehängt sein ausgesprochen ruhiges Leben fristet und sich selbst helfen muss. Schließlich werden die Menschen gerade hier immer älter, die Angebote vor Ort jedoch immer rarer und der Nahverkehr nicht besser.

Während der Anfangszeit und behutsam auch jetzt noch unterstützt von der Stadt, stand über allem die Grundfrage: Was brauchen die Bürger dringend? Was wünschen sie sich zusätzlich? Die Antworten reichen vom rollenden Hofladen über monatliche Kinofahrten und gemeinsame Essensausflüge bis hin zur Boulebahn Marke Eigenbau, zu regelmäßigen PC-Kursen und zu einer regen Radlergruppe.

Kopfarbeit: Freiwillige aus der Quartiersgruppe Waldacker helfen Senioren bei Computerproblemen.

Immer im Mittelpunkt steht das Sicherheitsempfinden: Begehungen mit Polizei und der Initiative „Bürger für Sicherheit“, zu denen viel Engagement und Kritik während der Umbauarbeiten an der den Ortsteil zerteilenden B 459 kamen, gehören zum Programm. Die Zusammenarbeit mit den Aktivitäten im Bürgertreff sind der Quartiersgruppe wichtig. Regelmäßig helfen sie dem Naturschutzbund bei der Pflege an der typischen Heidelandschaft.

Weitere Infos unter: quartier-waldacker.de

Quartier Urberach

Die dritte der Rödermärker Quartiersgruppen fällt immer wieder durch ökologische Aktivitäten auf: die Quartiersgruppe Urberach. Nicht nur die Blumenwiesen am Bahnhof und der zum Schmuckstück renovierte Brunnen an der Ecke Kreuzgasse/Töpferstraße sind den rührigen Urberachern zu verdanken.

Das jüngste große Gemeinschaftswerk ist die grundhafte Auffrischung der Rodauquelle, die im vergangenen Jahr zu einem echten Hingucker mit gut nutzbarer Treppe, Ruhebank und manchem mehr wurde. Ein kleines Refugium direkt neben dem Spielplatz wurde damit sichtbar und erfahrbar.

Typisch für die Initiative ist ein gepflanzter Baum am Ortsausgang. Doch auch weniger sichtbaren, dafür aber nachhaltig erlebbaren Projekten nimmt sich die Quartiersgruppe an, so etwa der Beschaffung und Installation eines rund um die Uhr zugänglichen Defibrillators in der Sparkassenfiliale, gleich neben dem dort von ihr betreuten öffentlichen Bücherschrank. Für die Gemeinschaft wichtig sind aber auch Aktionen wie Spieleabende, Sprachkurse oder etwa der regelmäßige PC-Hilfe-Kurs.

Weitere Infos unter: quartier-urberach.de

von Christine Ziesecke

Quelle: op-online.de

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