Ausstellung im Töpfermuseum

Rödermark von oben porträtiert: Ruhige Hand in luftiger Höhe

Wackelige Angelegenheit: Matthias Beckmann flog in einem Tiefdecker über Ober-Roden und spürte jeden Luftzug. Foto: privat

Wo steht mein Haus? Das war die am häufigsten gestellte Frage bei der gemeinsamen Luftbildausstellung von Fotoclub und Heimat- und Geschichtsverein. Matthias Beckmann und Rainer Steen haben Rödermark von oben porträtiert, ihre Bilder sind im Töpfermuseum zu sehen.

Urberach – Selbst Bekanntes ist aus der Vogelperspektive nicht immer gleich zu erkennen. So mancher Besucher der Luftbildausstellung guckte erst einmal ziemlich irritiert über die Aufnahmen von Rainer Steen und Matthias Beckmann. Doch die erfahrenen Fotografen suchten einen markanten Punkt auf ihren Bildern und führten die Hausbesitzer zu ihren Grundstücken. „Letztendlich konnten wir aber fast allen Besuchern mit einem Blick auf ihr Haus helfen“, sagte Steen nach dem ersten Ausstellungstag zufrieden.

Beckmann und Steen, beide schon lang im Fotoclub Rödermark aktiv, gingen in unterschiedlichen Flugzeugen in die Luft und hatten einiges zu erzählen.

„Ich absolvierte einen „Vier-Länder-Dreiecksflug“ mit einem Ultraleichtflugzeug vom Typ „Roko NG6“ von Mainz-Finthen über Ober-Roden nach Aschaffenburg und Walldürn und vom Walldürn zurück nach Mainz-Finthen“, schildert Beckmann die Route über die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Hessen, Bayern und Baden-Württemberg. Eine Fotografen-Vergnügungsreise war der Flug aber nicht. Denn die „Roko NG6“ ist ein zweisitziger Tiefdecker. Man hat nur die Möglichkeit durch die Scheibe nach vorne oder hinten (an der Tragfläche vorbei) schräg nach unten zu fotografieren oder aber im Kurvenflug. Matthias Beckmann: „Während meines Fluges war es bewölkt und stark windig, was das Fotografieren erschwerte, da man in dem Kleinflugzeug jeden Windzug hautnah zu spüren bekam. Es war schon recht wackelig. Über Ober-Roden flogen wir in 300 Metern Höhe.“

Urberach von oben: Rainer Steen ging bei Sommertemperaturen in die Luft und fröstelte dort oben. Foto: Privat

Matthias Beckmann saß auch ein Stück am Steuerknüppel. „Von meiner abgebrochenen Ausbildung zum Verkehrsflugzeugführer war doch noch etwas hängen geblieben“, meinte er nach geglückter Landung.

Rainer Steens Tour über Rödermark begann auf dem Sportflugplatz hinter der alten Kaserne in Babenhausen. Der 1,96-Meter-Mann musste sich regelrecht zusammenfalten, damit er Platz in dem kleinen Viersitzer fand. Die Lautstärke war immens, Unterhaltung kaum möglich. Im Gegensatz zu seinem Kollegen Beckmann hatte Steen beste Arbeitsbedingungen: „Da der Flieger ein Hochdecker war, hatte man gute Sicht nach unten. Ich konnte das Fenster zu meiner Seite aufklappen und so bei bestem Sonnenschein direkt gut und scharf fotografieren.“ Einziges Manko: Trotz 28 Grad am Boden war"s 300 Meter weiter oben unglaublich kalt. Da Steen seine Canon-Kamera aus dem Fenster halten musste, war der 30-minütige Rundflug um Rödermark sehr, sehr unangenehm. Die knackigen Bilder waren der Lohn.

Bilderschau

„Rödermark aus der Vogelperspektive“, die gemeinsame Ausstellung des Heimat- und Geschichtsvereins mit dem Fotoclub, ist am Sonntag, 14. April, von 14 bis 18 Uhr im Töpfermuseum in der Bachgasse zu sehen.

Von Michael Löw

Quelle: op-online.de

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