Flugbetrieb im Kuhstall

Schwalben finden bei Landwirt Gaubatz ein sicheres Zuhause

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Ein Schwalbenpaar beim Nestbau im Kuhstall.

Pfeilschnell sausen die Schwalben über den Kopf von Landwirt Werner Gaubatz. Wie kleine Geschosse zischen die Vögel unter der Decke des Stalls durch die Luft – landen treffsicher an einem ihrer Nester dort oben und krallen sich fest.

Rödermark –  Auf dem Milchviehhof von Werner Gaubatz in Ober-Roden gehören Schwalben zum Alltag dazu wie die Kühe selbst, wie das saubere Stroh im Stall und die großen Futtersilos. Seit Jahren sind die ausgefuchsten Insektenjägern dem Bauern willkommen. Er bietet ihnen ein Dach überm Kopf. Fenster und Türen zum Stall stehen immer – zumindest einen Spalt breit – offen. Das reicht für einen sicheren An- und Abflug: Vogelschutz auf dem Bauernhof.

An den rauen Holzbalken im Kuhstall haften die mühsam aus Lehm zusammengebackenen Nester besonders gut. Im April hatten die Schwalben zeitweise Probleme beim Nestbau. Es war einfach zu trocken. Im Umkreis von 300 Metern um den Stall stand nicht genug klebfähiger Boden zur Verfügung. Sobald Schwalben den Lehm aber weiter als 300 Meter transportieren müssen, trocknet er im Schnabel aus, wird bröckelig und kann nicht mehr als Baumaterial verwendet werden. Jetzt aber, da schon mehrfach Regen gefallen ist, finden sie Baustoff genug – und es herrscht Hochbetrieb.

Werner Gaubatz’s Kühe sind im Stall nicht allein. An der Decke brüten Schwalben.

Schwalben auf dem Bauernhof in Rödermark: Mehlschwalbe brütet unter Dachüberständen

Insgesamt nehmen die Bestände der Mehlschwalbe seit Jahren wegen Nahrungsmangel und Mangel an Nistmaterial aber ab. Seit 2016 erfassen daher die Naturschützer vom Nabu Rödermark die Schwalbenbestände in der Gemarkung. Mittlerweile ist die Datenbank umfassend. Da gerade die Mehlschwalbe jedes Jahr auch das eine oder andere neue Nest baut, ist die Mithilfe der Bevölkerung bei der Kartierung wichtig. Der Nabu bittet die Bürger zu melden, wo Schwalben ihre Nester beziehen oder wo sich bewohnte Nester befinden.

Die Mehlschwalbe kehrt meist Ende April aus ihren Überwinterungsgebieten zurück und brütet an Hausfassaden unter Dachüberständen. „Wenn Hausbesitzer Kunstnester aufhängen möchten, sind wir gerne behilflich“, bietet Nabu-Schwalbenexperte Sven Burger an.

Feldlerche ist der Vogel des Jahres 2019

„Wir können immer ein Kontingent an Schwalbennestern kostenlos zur Verfügung stellen und helfen auch bei der Anbringung von Kotbrettern. Interessenten können sich bei uns melden.“ Da die Vögel der Feldflur in den letzten Jahrzehnten zu den großen Verlierern zählen, sollen in diesem Jahr auch die Bestände von Feldlerchen und Goldammern erfasst werden. Auch hier ist der Nabu dankbar, wenn ihm Beobachtungen gemeldet werden.

„Die Feldlerche als Vogel des Jahres 2019 nimmt in ihren Beständen kontinuierlich ab. In den letzten 50 Jahren hat sich ihr Bestand in Rödermark mehr als halbiert“, bedauert Nabu-Vorsitzender Dr. Rüdiger Werner. Beobachtungen einfach unter nabu@pswerner.de melden.

VON BERNHARD PELKA

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Quelle: op-online.de

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