Flugmanöver

Hoch hinaus beim Stunt-Scooter-Kurs in Rödermark

Kinder und Jugendliche auf Stunt-Scooter-Rollern, Skaterbahn, Trendsport
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Rödermark: Runter kommen sie immer – notfalls auch hintenrum: Die steilste Rampe des Skaterparks am Badehaus Urberach flößt Respekt ein.
  • Michael Löw
    vonMichael Löw
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In Rödermark konnten Kinder Stunts mit Scootern lernen - obwohl der Coach den Termin wohl verschlafen hatte.

Rödermark – Große Sprünge und kleine Hüpfer gab‘s am Dienstag (28.07.2020) beim Stunt-Scooter-Kurs hinter dem Badehaus Rödermark zu bestaunen. David Bohlmann von der städtischen Jugendarbeit hat einen Kurs mit den trendigen Sportgeräten organisiert. Die sehen nur auf den ersten Blick so aus, wie die Klapproller, mit denen Kinder zur Grundschule fahren. Von oben erinnert die Rampe auf dem Skaterpark an eine vereiste schwarze Skipiste: Mächtig steil bringt sie auch die Knie cooler Kids zum Schlottern. Gut eine Stunde nach dem Start des Stunt-Scooter-Kurses in Rödermark hat Leonardo De Michelis ein Mädchen und drei Jungs am Rand aufgereiht und lässt ihnen die Wahl: runterstürzen oder Rückzug. Die Wagemutigen fahren, die Vorsichtigen steigen hinten runter. Ausgelacht oder dumm angemacht wird aber niemand. Denn jeder kennt das mulmige Gefühl.

„Ein Junge ist über sich hinausgewachsen, weil er seine Angst überwunden hat“, sagt der städtische Jugendarbeiter David Bohlmann, der den Kurs gestern organisiert hatte. Leonardo De Michelis war kurzfristig als Instruktor eingesprungen, weil der eigentliche Coach den Termin wohl verschlafen hatte. Der 16-Jährige gehört zur zweiten Generation junger Rödermärker, die auf der Skateranlage hinterm Badehaus in die Luft gehen. „Bis auf ein paar Schürfwunden ist mir noch nie was passiert“, zieht er die Bilanz seiner Blessuren.

Schwebt über allem: Coach Leonardo De Michelis beim Stunt-Scooter-Kurs in Rödermark.

Damit das eines Tages auch seine Schüler sagen können, ist der Helm Pflicht; Protektoren an Ellbogen und Knie sind eine Empfehlung, an die sich die meisten Kids auch halten. Fast noch wichtiger ist die technische Kontrolle des Scooters, der viel wendiger ist als die Tretroller, mit denen Kinder zur Kita oder in die Schule fahren. Die Lenkstange eines Stunt-Scooters lässt sich um 360 Grad drehen und ermöglicht viele Tricks, die aufeinander aufbauen. Los geht"s normalerweise mit einem „One-Eighty“, einem „Hundertachtziger“, knapp überm Boden. Das spart dem Fahrer des trendigen Sportgerätes umständliche Wendemanöver. Vom „One-Eighty“ zum Überflieger, der Leonardo De Michelis in den Himmel zu katapultieren scheint, sind"s aber etliche Lernschritte.

Obwohl die Kinder oft nach unten rollen, ist das Stunt-Scooting anstrengend. „Ich schwitze ziemlich unter Helm und Schützern“, stöhnt Marten (9), als sich zum gefühlt 1000. Mal an diesem Morgen abstößt. Vor drei Monaten hat er damit angefangen; jetzt fühlt er sich auf dem schmalen Roller mit nur neun bis zwölf Zentimeter kleinen Rädern sicher wie unsereins auf dem Autositz.

David Bohlmann organisiert während der Sommerferien mehrere Scooter- und Skaterkurse auf den Betonrampen. Sein persönliches Jahres-Highlight, der Skater-Wettbewerb im Frühsommer, wurde aber ein Corona-Opfer. Jetzt noch einen auf die Beine beziehungsweise die Rollen zu stellen, ist seiner Meinung nach nichts Halbes und nichts Ganzes. „Dann lieber wieder nächstes Jahr in aller Ruhe planen“, verspricht Bohlmann allen Fans der fliegenden Roller. (Michael Löw)

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