Dr. Jude Njoku ist Urlaubsvertreter der Pfarrer

Den Glauben fröhlich genießen

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In Urberach fühlt sich Pfarrer Dr. Jude Njoku jedes Jahr zwei Monate im Sommer sehr wohl. Dann übernimmt er für den gesamten Pfarreienverbund sämtliche Gottesdienst, Beerdigungen, Taufen oder Hochzeiten, damit die Gemeindepfarrer in Urlaub gehen können.

Rödermark - Gleich mehrere große persönliche Feste hat derzeit Pfarrer Dr. Jude Njoku zu feiern, der seit 1. August wieder für zwei Monate in Urberach wohnt.

Seit Jahren übernimmt der Gottesmann aus Nigeria im Sommer die Urlaubsvertretung für die Pfarrer im katholischen Pfarreienverbund. Gestern war der Tag seiner Priesterweihe vor 25 Jahren. Gefeiert wird dies heute mit einem Festgottesdienst um 19 Uhr in St. Gallus. Und wenige Tage später, am 14. August, hat er seinen 50. Geburtstag. Mitarbeiterin Christine Ziesecke sprach mit.

Herr Pfarrer Njoku, wo haben Sie die Priesterweihe empfangen?

Ich habe meine Priesterweihe in Umuahia in Nigeria bekommen, natürlich im Beisein meiner Familie und von Freunden und Studienkollegen.

Sind Sie nicht traurig, gerade jetzt so weit weg von Ihrer Familie und Ihren Freunden zu sein?

Ja, sicher, meine Familie und meine Studenten fehlen mir, aber wenn ich wieder zuhause bin im Oktober, werden wir dort im Priesterseminar einen nachträglichen Gottesdienst feiern. Andrerseits bin ich dankbar für das Vertrauen, das mir hier seit vielen Jahren entgegen gebracht wird.

Sie arbeiten inzwischen viele Jahre regelmäßig hier. Wo haben Sie denn mehr Ruhe, wo fühlt es sich für Sie besser an?

Ruhiger ist es für mich hier. Ich habe hier zwar auch Verantwortung für diese Pfarreien, aber die Verantwortung in meinem Land bei der Verwaltung des Seminars und gegenüber allen Studenten belastet mich mehr.

Hat sich die politische und soziale Situation für die Menschen in Nigeria in den letzten Monaten verschärft?

Es hat sich leider wenig verändert, aber man kann auch sagen: zum Glück ist es nicht schlechter geworden.

Sie haben dieses Mal keine Wünsche für Ihr Heimatland mitgebracht, es gibt keinen speziellen Spendenpool – können Rödermärker denn etwas für die Menschen in Ihrer Heimat tun?

Ich habe keine speziellen Wünsche. Aber natürlich brauchen die Menschen in meinem Land und gerade auch im Priesterseminar immer Vieles, was sie sich gar nicht leisten können. Spenden kommen immer richtig an. In diesem Fall kann man die Einzelheiten übers Pfarrbüro St. Gallus erfahren.

Was möchten Sie den Menschen nach Ihrer Zeit hier nach Nigeria mitnehmen?

Es ist nach jedem Besuch hier das Gleiche: etwas von der deutschen Ordnung versuche ich meinen Studenten beizubringen anhand von Bildern, Geschichten und mit dem Vorleben an Beispielen. Die Ernsthaftigkeit im Dienst, eine klare Linie in die eigene Arbeit zu bekommen. Und ein großes Stück der deutschen Theologie nehme ich immer mit und hat auch meine Doktorarbeit damals beeinflusst. Ich bin deutlich geprägt von der deutschen Theologie.

Gibt es auch etwas, das Sie uns Deutschen und speziell Rödermärkern aus Ihrer Heimat mitbringen können?

Oh ja: die Lebensart und die Fröhlichkeit, auch rund ums Thema Kirche. Doch ich glaube, Menschen leben in ihrer eigenen Umwelt, geprägt vom Wetter und dem Klima bis hin zu ihrem Gottesbild. Da steht die Aussage, dass Jesus menschenfreundlich und fröhlich war, der anderen Aussage gegenüber, dass wir uns unserem Gott als dem höheren Wesen beugen und in Respekt gegenübertreten müssen. Bei uns in Nigeria singen wir aufgrund unseres Gottesbildes mehr fröhliche Lieder – vielleicht kann ich davon ein wenig vermitteln.

Leserbilder: Die schönsten Plätze in Rödermark

Quelle: op-online.de

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