Neustart mit halber Kapazität

Kitas nehmen nächste Woche eingeschränkte Regelbetreuung auf

Die Corona-Krise hat auch besonders Familien an die Grenzen der Belastbarkeit gebracht. Nach Pfingsten starten nun die Kitas in Rödermark den Regelbetrieb - vorerst aber nur mit halber Kapazität. (Symbolbild)
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Die Corona-Krise hat auch besonders Familien an die Grenzen der Belastbarkeit gebracht. Nach Pfingsten starten nun die Kitas in Rödermark den Regelbetrieb - vorerst aber nur mit halber Kapazität. (Symbolbild)

In den Kitas beginnt nach Pfingsten die eingeschränkte Regelbetreuung. Heißt im Klartext: Auch Eltern, die nicht in den systemrelevanten Berufen arbeiten und bisher keinen Anspruch auf Notbetreuung hatten, können ab 2. Juni ihre Kinder in die Kindertagesstätten bringen.

Rödermark – Der vor zehn Wochen angeordnete „Lockdown“ hat viele Familien an die Grenzen ihrer Belastbarkeit – und oft auch darüber hinaus – gebracht.

Die über die eingeschränkte Regelbetreuung hinausgehende Notbetreuung wird jedoch fortgeführt. Kinder, bei denen beide Elternteile berufstätig sind und einer oder beide Elternteile in einem systemrelevanten Beruf arbeiten, Kinder von Alleinerziehenden sowie Kinder von Schülerinnen und Schülern oder Studierenden haben nach wir vor Anspruch auf die vollumfängliche Betreuung. Dieser Anspruch gilt seit dieser Woche auch für Kinder mit Behinderungen.

„Eine Rückkehr zum Normalbetrieb wie vor der Krise ist im Moment wegen der weiter anhaltenden Verbreitung des Corona-Virus‘ leider nicht möglich“, muss die Erste Stadträtin Andrea Schülner Hoffnungen schmälern. Der eingeschränkte Regelbetrieb hängt an Räumlichkeiten und Fachpersonal – beides ist begrenzt und von Einrichtung zu Einrichtung verschieden. In Rödermark gibt es knapp 1 000 Plätze, darunter 800 in städtischen Kitas.

Als Orientierungswert hat das Hessische Sozialministerium die Hälfte der vorherigen Gruppengröße angeraten. „Eine Empfehlung, an die wir uns halten“, sagt Andrea Schülner. Nur höchstens jedes zweite Kind kommt also unter. „Eine Garantie für einen Platz kann aufgrund der nötigen Bestimmungen daher nicht gegeben werden. Härtefälle werden berücksichtig werden“, verspricht die Sozialdezernentin. Kita-Leiterinnen und Erzieherinnen würden versuchen, „immer mit dem nötigen Fingerspitzengefühl eine für alle Seiten gute Lösung zu finden.“ Das gelte auch für die Eingewöhnung beim Wechsel von der Krippe zu Kita. Im Moment kann dies nur für Kinder, die Anspruch auf die Notbetreuung haben, geleistet werden.

Die Herausforderungen, die sich durch die Pandemie stellen, verändernden den pädagogischen Alltag: Hygienekonzepte und neue Regeln für den Umgang der Kinder miteinander müssen festgelegt werden, Räume können nicht gemeinsam genutzt werden. Der Kontakt zwischen verschiedenen Gruppen in den Kitas muss so gut wie möglich verhindert werden, um die komplette Schließung der Kita im Falle einer Infektion und damit dem Ausfall der Betreuung für viele Kinder gleichzeitig zu vermeiden. Mit den neuen Regeln ist es dann aber wieder möglich, den Kindern ab dem 2. Juni Essen anbieten zu können.

Um unter diesen Einschränkungen ein praxistaugliches Betreuungskonzept entwickeln zu können und möglichst vielen Kindern die Rückkehr in die Kita zu ermöglichen, ist die Stadt auf die Hilfe der Eltern angewiesen. In einem Brief erläutert sie die möglichen Betreuungsangebote und und erfasst sie durch einen Rückmeldebogen, der ausgefüllt bis heute bei den Kitas eingehen muss. „Durch die Abfrage soll für beide Seiten eine bessere Planungssicherheit hergestellt werden“, erläutert Andrea Schülner. „Wir müssen einen gemeinsamen Nenner finden, das System muss lebbar sein.“

Weitere Angaben zu Betreuungsbedarf, Berufstätigkeit der Eltern, Tage und Zeiten in denen eine Betreuung der Kinder nötig und gewünscht ist, sollen eine Entscheidungsgrundlage für die Kita-Leitungen schaffen. Die Platzvergabe soll jede Einrichtung nach Prüfung der Angaben treffen. Priorität wird in einem ersten Schritt den zukünftigen Schulkindern und deren Geschwisterkindern, sowie Härtefällen eingeräumt. Die Stadt bittet, von telefonischen Nachfragen zum Stand der Entscheidung abzusehen, die Informationen werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Die Regelungen gelten zunächst für Juni. Mitte des Monats ist eine neue Umfrage unter den Eltern Eltern geplant. „Bis dahin haben wir erste Erfahrung gesammelt und können gegebenenfalls schrittweise das Platzangebot ausweiten“, stellt die Erste Stadträtin mehr Betreuung in Aussicht, „im Moment kann niemand die weitere Entwicklung der Pandemie vorhersagen. Neue Entwicklungen werden in die Entscheidungen einfließen.“

Die schwierige Lage, in die viele Familien dadurch gerieten, hat auch die Kollegen belastet, weiß Stadträtin Andrea Schülner. „Entscheidungen mussten allerdings auf der Basis der Verordnungen des Landes getroffen werden. Härtefälle, die keinen Anspruch auf die Notbetreuung hatten, konnten wir trotz schweren Herzens den Zugang in die Kitas nicht genehmigen“, bedauert sie.  

Am 2. Juni sollen die Kitas wieder öffnen. Ein Kindergarten in Rödermark braucht eine Woche länger. Das hat einen Grund: Die Corona-Auflagen.

Quelle: op-online.de

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