FDP: Viel Geld für Immobilien ohne Wert

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Dicke Belastung für die Stadtkasse: Die FDP befürchtet, dass „Jäger-“ (Foto) und „Seitz-Haus“ ebenso wie der Ober-Röder Bahnhof teure, letztlich aber wertlose Immobilien sind.

Rödermark - 400.000 Euro für den Bahnhof, 200.000 Euro für das „Seitz-“ und zuletzt knapp 170.000 Euro für das „Jägerhaus“: Allein die Kaufpreise sind viel Geld für eine Kommune, die vielleicht unter den Rettungsschirm des Landes schlüpfen wird.

Doch dazu kommen große und kleine Nebenkosten. Auf Anfrage der Liberalen legte Bürgermeister Roland Kern offen, was die Stadt bisher schon für das „Jäger-Haus“ ausgegeben hat: 9 520 Euro Makler, 5 915 Euro Grunderwerbssteuer, 1 000 Euro Notar, 577 Euro Gebühren.

Was sie in die Sanierung der alten Mauern investieren muss, ist offen. Eine „grobe Schätzung“ werde derzeit von den Kommunalen Betrieben ausgearbeitet, erklärte der Erste Stadtrat Alexander Sturm. Das verklinkerte Haupthaus habe einen ungünstigen Schnitt, das Nebengebäude sei nicht erhaltenswert. Diese Aussage macht Kruger wenig Hoffnung auf eine finanziell vertretbare Lösung - egal, ob das „Jäger-Haus“ als Rathaus-Filiale mit Publikumsverkehr oder für Wohnzwecke genutzt wird.

Harsche Kritik übt der FDP-Sprecher auch an der Argumentation, mit der der Magistrat den Kauf begründet hatte: „Die mehrfach skizzierte Gefahr eines Abrisses und der Errichtung eines ortsbildschädlichen Parkplatzes durch die Volksbank Maingau war ein rödermarktypischer und bahnhofsanaloger Schnellschuss.“

Die Bank, deren Rödermärker Hauptzweigstelle von Süden an das „Jäger-Haus“ grenzt, hatte 2009 bei der Stadt wegen eines Parkplatzes angeklopft, das Vorhaben dann aber nicht weiterverfolgt. Ende 2009 bot sie es nach Auskunft des Bürgermeisters erstmals der Stadt zum Kauf an. Die griff Ende 2011 zu. Begründung: Der Erwerb ist die einzige Möglichkeit, den Parkplatz zu verhindern.

Neue Pläne

Gleichzeitig hat die schwarz-grüne Mehrheit im Parlament selbst ein Konzept vorgelegt, Ober-Rodens Zentrum durch einen Abriss und den Bau eines (Park-)platzes aufzuwerten. Das alte Feuerwehrhaus ist reif für den Bagger. Hat der seine Arbeit getan, soll die Freifläche zum Parken und Feiern vor der Kulturhalle genutzt werden. Das „Jäger-Haus“ ist in diesen Überlegungen als Ausweichquartier unter anderem für die städtische Kinder- und Jugendabteilung vorgesehen.

Wann diese Pläne verwirklicht werden können, steht noch in den Sternen. Das gilt auch für den Umbau der Kulturhallen-Zufahrt. Für den fehlen Plan und Geld.

Dieser Umbau war allerdings der Grund, warum die Stadt das „Seitz-Haus“ Ende September 2008 kaufte. Im Juni 2010 zog die Künstlergruppe KiR in der Dieburger Straße 29 ein und brachte Leben in das leer stehende Haus. Die mit dem Magistrat geschlossene Nutzungsvereinbarung galt zunächst für sechs Monate und verlängert sich solange, bis eine der beiden Parteien kündigt.

„Durch KiR erfuhr der Ortskern eine spürbare Aufwertung, das Haus ist ein ansprechendes Schmuckstück“, lobte Bürgermeister Kern jüngst die Bemühungen der KiR-Vorsitzenden Sylvia Baumer und ihrer Mitstreiter.

Über Geschmack will Kruger nicht lange streiten. Ihn stören die Details der Nutzungsvereinbarung. Rödermarks Kreative zahlen keine Miete, sondern nur Nebenkosten wie Strom und Wasser. Kruger: „Das ist eine Ungerechtigkeit gegenüber allen Vereinen, die ab Juli höhere Mieten für städtische Hallen bezahlen müssen.“

Quelle: op-online.de

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