Europa-Idee neuen Schwung geben

Kulturfestival mobilisiert Teilnehmer aus sechs Ländern

Den Globus im Blick: Sängerin Petra Bassus und die „Swinging Tuxedos“ dehnen das Festivalmotto vom Europa auf die ganze Welt aus.

Rödermark – Zwei Tage noch, dann fällt der Startschuss für „Kultur ohne Grenzen – Frieden und Freiheit in Europa“. Teil eins des Festivals geht vom 8. bis 10. März (Freitag bis Sonntag) in Ober-Roden über die Bühnen von Kulturhalle, Bücherturm und Jazzkeller geht.

Die Stadt richtet dieses Festival, das seinen zweiten Schwerpunkt vom 14. bis 16. Juni in Urberach hat, mit Kulturinitiativen und Kulturschaffenden aus Rödermark und seinen Partnerstädten Bodajk (Ungarn), Tramin (Italien) und Saalfelden (Österreich) sowie den kooperierenden Städten Hekimhan (Türkei) und Bourgoin-Jallieu (Frankreich) aus. Zur Eröffnung am Freitag um 18 Uhr referiert die hessische Europaministerin Lucia Puttrich. Ihr Thema: „Europawahl 2019 – fällt Europa in den Nationalismus zurück oder erfindet sich die Europäische Union neu?“

Eingebunden in den ersten Block ist ein Bürgerempfang am Samstag ab 18 Uhr in der Kulturhalle. Gastredner ist der wohl renommierteste Jurist unseres Bundeslandes, Professor Dr. Roman Poseck, Präsident des Hessischen Staatsgerichtshofs. Er spricht über „Europa, das Land und die Stadt – gemeinsam für den Rechtsstaat“.

Beim Bürgerempfang mit Musik des Jazz-Duos Langer & Langer wird die Ausstellung „Europa! Unsere Zukunft“ eröffnet. Ab 20 Uhr nehmen die „Zollhausboys“ die Themen Flucht, Heimat und Fremdheit satirisch, zugleich aber auch berührend in den Blick. Gleichzeitig findet im Graf-Reinhard-Saal eine „Lange Nacht der europäischen Märchen“ statt. Christian Mayer-Glauninger und Ramona Rippert gestalten ebenfalls ab 20 Uhr mit Elisabeth Schäffner aus Saalfelden und Freya von Sonnenwort einen abwechslungsreichen Abend für Erwachsene.

Die Stadt präsentiert zum Festivalauftakt auch die Ausstellung „50 cities 50 traces“ – „50 Städte 50 Spuren: Gegen das spurlose Verschwinden“. Die Stuttgarter Künstlerin Klaudia Dietewich stellt ihr Projekt, das als Mahnung gegen die Zerstörung unserer Städte als Garanten von Kultur und Zivilisation zu verstehen ist, während der Eröffnungsveranstaltung vor. Die Ausstellung ist seit 2018 weltweit unterwegs, nach Pittsburg und Hiroshima zum Ende des vergangenen Jahres macht sie in Rödermark Station, bevor sie unter anderem in der Frankfurter Paulskirche, im Würzburger Rathaus, in Manchester und New York bei der UNO gezeigt wird. Ergänzt wird das Programm durch Auftritte der NBS-Europasonggruppe und einer Folklore-Tanzgruppe aus Hekimhan.

Für die französischen Austauschschüler aus Bourgouin-Jallieu, die gastgebenden Schüler der Nell-Breuning-Europaschule und die Schülergruppe aus Saalfelden sollte der Rap-Workshop mit „Zweierpasch“ am Freitagabend (20 Uhr, Graf-Reinhard-Saal, Kulturhalle) zu den Highlights des Wochenendes zählen. Die mehrfach prämierten deutsch-französischen Zwillinge haben unlängst vor dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel gerappt.

Im großen Saal der Kulturhalle spielen ab 20.15 Uhr die „Swinging Tuxedos“ mit der charismatischen Sängerin Petra Bassus zu einer Reise um die Welt und zum Tanz in das Festival auf. Die musikalische Reise führt rund um den Globus erweitert das Motto des Festivals: „Frieden und Freiheit in Europa – für die ganze Welt“. Die Melodien und Rhythmen sind so breit angelegt wie die Reiseroute und vielfältig wie die besuchten Länder.

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Am Sonntag leuchtet der Stern der Literatur. Neben Autoren aus Rödermark wird der hier lebende Kabarettist und Ex-Rodgau-Monotones-Sänger Henni Nachtsheim aus seinen Werken lesen. Der im Sudan geborene und in Saalfelden lebende Autor Abdelaziz Baraka Sakin, der ursprünglich ebenfalls dabei sein sollte, muss seine Reise nach Rödermark verschieben. Er wird am 9. oder 10. November hier sein und zum Geburtstag von Friedrich Schiller eine Lesung im „SchillerHaus“ halten. Zum Ausklang des ersten Festivalwochenendes und als Ausblick runden Nachwuchsbands das Programm am Sonntagabend im Jazzkeller ab. Bei allen Veranstaltungen kommen auch die Gaumenfreuden nicht zu kurz. (lö)

Quelle: op-online.de

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