Tränen kullern zum Abschied

Steffi Schwarzkopf und Luis Rebmann ziehen sich aus Leitung der Ferienspiele zurück

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Die Teamer als Einpeitscher von der Bühne herab: Erst so werden die klassischen Bulaufreizeit-Lieder zum ohrenbetäubenden gemeinsamen Gesang.

Ein Hauch von Wehmut lag zum Finale über den kirchlichen Kinderfreizeiten in Urberach und Waldacker. Auf der Bulau wurde die langjährige Leiterin Steffi Schwarzkopf (im wahren Leben Versicherungskauffrau) verabschiedet.

Rödermark – Sie braucht nach 15 Jahren Bulaufreizeit zumindest einmal Pause, ehe sie vielleicht im Kochteam oder an anderer Stelle wieder auftauchen wird. „Aber im nächsten Jahr muss erst einmal Abstand sein, sonst dirigiere ich womöglich von der Küche aus die Teamer“, sagte sie. Mit Leon Ayahs und Larissa Weisser bleibt das Leitungsteam aber weitgehend bestehen und soll auch wieder ein drittes Mitglied bekommen.

Abschied nahm am Samstagnachmittag auf dem Kirchengelände in Waldacker auch Luis Rebmann (Personalvermittler): Nach zehn Jahren Team und der nun dritten Stadtrand-Erholung, die er als Leiter betreute, schafft er es beruflich nicht mehr. Für Kontinuität an der Spitze sorgt 2020 erst einmal der zweite Chef Niklas Metz, zu dem sich im nächsten Sommer Max von der Heyde gesellt – auch er hat schon lange Betreuer-Erfahrung. Auch Luis Rebmann kann sich vorstellen, als „Küchendame“ zeitweise wieder aufzulaufen: „Denn man weiß ja: einmal Stadtrand, immer Stadtrand!“

Das hatte nach der Andacht schon Bürgermeister Jörg Rotter bewiesen. Er kam nicht nur mit dem (organisatorisch bedingt verschobenen) Eis vorbei, sondern schwang sich auch auf eine Stuhllehne und bewies, dass er seit seiner eigenen „STaRa“-Zeit nichts verlernt hat – mit lautstark angestimmten Liedern, die von den Kindern sofort mitgesungen wurden.

Von den Kindern umringt: Steffi Schwarzkopf, die sich nach 15 Jahren aus der Teamleitung verabschiedet.

Anschließend startete das sehnlich erwartete vergnügliche Programm, denn alle Gruppen hatten kleine Bühnen-Acts vorbereitet. Ob die „7 Super-Helden“, die „Lila Supergirls“ oder die „Knochenbrecher“, die „Black Infinity Army“ oder aber Super-Batmen und Super-Cats – sie alle tanzten und posten, zeigten Talentshows oder Fitness-Übungen, spielten ihre alljährlichen Spielchen mit viel Wasser und vorbereiteten Fragen gegen ihre Eltern. Für die knapp 120 Mitspieler auf der Bühne war"s aufregend, für die Zuschauer ein großes Vergnügen.

„Es war diesmal wirklich alles völlig entspannt“, freute sich der scheidende Chef Luis Rebmann. „Der Aufbau war schnell getan, die geplanten Spiele haben alle geklappt, der Platz war durch die Hitze sehr staubig, aber in dieser Woche war"s nicht zu heiß.“ Und außer Schürfwunden etwa gab"s auch keine größeren Verletzungen. Die 40 Gruppenleiter einschließlich der 15 neuen Teamer haben gute Arbeit geleistet und wurden ebenso wie die Kochdamen unter der Leitung von Ingeborg Kiesling auch von den Kindern mit lautem Jubel bedacht. „Superhelden“ waren sie eben alle in Waldacker.

Am Vormittag mussten sich in Urberach bereits die „Freunde fürs Leben“ trennen. Sie hatten unter diesem Motto fünf spannende Tage auf der Bulau verbracht. 104 Kinder hatten mit 28 Betreuerinnen und Betreuern ihren Spaß gehabt. Dazu gehört auch nach wie vor das ganz spezielle Thema Wald, in dem jede Gruppe kleine Lager zu eigenen Reichen aufbaut – nur mit dem, was rund ums Freizeitgelände zu finden ist. Die Ergebnisse werden begutachtet und fließen ebenso wie die Tischmanieren in die Endauswertung ein.

Ob „Superhelden-Fitnessstudio“ der Panzerknacker, Supergirls, Super-Batmen oder Super-Cats: Alle Gruppen der Stadtrand-Erholung begeisterten ihr Publikum mit getanzten oder gesungenen Einlagen.

Zum Freizeitabschluss werden alle Gruppen geehrt. In diesem Jahr kamen „Mike & Sully“ sowie „Bibi & Tina“auf die Plätze drei und zwei, nur hauchdünn davor lagen die Sieger „Cosmo & Wanda“. Ein selbst entworfenes Theaterstück rund um Fußball, Eis und Hexerei gefiel den vielen Zuschauern unter dem Hüttendach ebenso gut wie die Präsentation der Gruppenlager. Und dazwischen war"s laut – fröhlich laut wie immer, wenn die Bulaufreizeitler ihre Lieder anstimmen und mit ohrenbetäubendem „Emmi-tscha!“ ihrer Freude Ausdruck verleihen.

Auch hier hatten die erste Kontaktaufnahme im Gemeindezentrum, das Stadtspiel, der Besuch in der Lochmühle und die Vorbereitung des Abschlusses wunderbar und ohne große Zwischenfälle geklappt. „Nur ein paar Blasen an den Füßen“, lautete die Bilanz der „Mediziner“.

Pfarrer Klaus Gaebler bedankte sich herzlich bei allen Teamern, Küchendamen und Werner Stanchly, die ab dem kommenden Jahr auf ihren Fahrer Patrick Zeise verzichten müssen. Tränen flossen auf der Bühne zu guter Letzt reichlich. Nicht erst, als bei der Verabschiedung von Steffi Schwarzkopf erst drei, dann fünf, schließlich alle Freizeitteilnehmer auf sie zustürmten und sie in einer Kindertraube begruben…

Christine Ziesecke

Quelle: op-online.de

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