Lesegewohnheiten unserer Leser

„Mit dem Laptop aufs Klo gehen ist doof“

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Rödermark - E-Book-Reader, Smartphone, Tabletcomputer, Laptop: Die Zahl der elektronischen Lesegeräte geht in die Millionen. Aber das digitale Buch kann gedruckte nicht verdrängen; Skeptiker sagen vielleicht: noch nicht.

Wir haben uns zum Start der Frankfurter Buchmesse umgehört, wie Leute zwischen 21 und 71 am liebsten lesen und fanden bei der nicht repräsentativen Umfrage viele Papierfreunde.

Ein „sinnliches Erlebnis“

Von einem „sinnlichen Erlebnis“, schwärmt Dr. Matthias Maßmann (46, Mathematikdozent) beim Umblättern vieler Bücher. Seiten aus Papier haben ihren ganz individuellen Geruch. Von Berufs wegen schaue er täglich stundenlang in den Computer, da brauche er in seiner Freizeit keinen Bildschirm. Dass Matthias Maßmann aufs klassische Buch schwört, hängt nicht nur damit zusammen, dass er damit groß geworden ist: „Mit dem Laptop auf die Toilette gehen ist doof!“

Literatur, nur gedruckt. Etwas anderes lässt Uta Weber (71, Rentnerin und Hausfrau) nicht gelten. „Ich brauche meine Seiten, die ich umdrehen und riechen kann. Je älter ein Buch ist, desto besser riecht es“, sagt die Frau, die ihre Nase tief in Bücher steckt. Fünf oder sechs liest sie parallel, am liebsten auf der Couch. Im Wohnzimmer gelten dann klare Regeln: „Wenn ich ein spannendes Buch habe, muss sogar das Radio aus sein.“ Schon als kleines Mädchen ist Uta Weber buchstäblich in ihre Bücher eingetaucht. Ihre Mutter wunderte sich, wenn plötzlich aus einer stillen Ecke scheinbar grundlos lautes Lachen erschallte. Dabei war das Kind nur in seinen Lesestoff vertieft.

Impressionen der Buchmesse 2014

Buchmesse 2014: Impressionen

Papier ist keine Frage des Alters, Bianca Abels (21, Studentin) ist der lesende Beweis dafür. Außerhalb der Berufsakademie schmökert sie ausschließlich in Papier. „Ich finde es einfach angenehm zu blättern“, greift sie Literatur gern mit beiden Händen. Außerdem unternimmt sie beim Lesen gern Ausflüge in die Kindheit. Und alte Bücher wie „Hanni und Nanni“ haben den Weg in die Online-Bibliotheken einfach nicht gefunden.

Quelle: op-online.de

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