Genossen stellen ihren Wunschbürgermeister für 2017 vor

SPD prescht mit Kandidat voran

Rödermark - Die SPD hat den Bürgermeisterwahlkampf 2017 eröffnet. Am Freitag will sie ihren Kandidaten der Presse vorstellen. Die vier anderen Parteien dagegen halten sich in Sachen Bürgermeisterwahl noch zurück - offiziell zumindest. Von Michael Löw

Bürgermeister Roland Kerns zweite Amtszeit läuft am 31. Mai 2017 aus. Am 3. November wird er 67, darf sich nicht noch einmal zur Wahl stellen. Als erste der fünf Parteien im Stadtparlament will die SPD am Freitag ihren Bürgermeisterkandidaten präsentieren.

„Wir tun das so früh, weil er sich in die aktuelle Kommunalpolitik einarbeiten soll“, sagte Fraktionsvorsitzender Armin Lauer gestern auf Anfrage unserer Zeitung. Wen die SPD ins Rennen schickt, behalten die Genossen noch für sich. „Es wird ein junger Mann sein“, ließ sich Lauer immerhin entlocken. Er sei es definitiv nicht. Und auch Parteivorsitzender Hidir Karademir kandidiere nicht. Alle bisherigen Bürgermeister-Direktwahlen waren für die Rödermärker Genossen ein Debakel. 1994 kam die damalige Fraktionsvorsitzende Cornelia Dieckmann gegen den Ersten Stadtrat Alfons Maurer auf knapp 18 Prozent. Ihre Partei drängte sie angesichts dieses Ergebnisses zum Rücktritt von der Fraktionsspitze. Fünf Jahre später trat Fraktionsgeschäftsführer Norbert Schultheis gegen Amtsinhaber Alfons Maurer an und schnitt noch schlechter ab: 13,3 Prozent. 2005 nominierte die SPD keinen Kandidaten, sondern rief ihre Mitglieder zur Wahl von Roland Kern auf. 2011 schließlich schickte sie ihren Fraktionsvorsitzenden Stefan Junge in ein aussichtsloses Rennen. Magere 4,6 Prozent waren die Quittung.

„Wir gehen einen Schritt nach dem anderen. Und da ist zuerst die Kommunalwahl 2016“, lehnte die CDU-Vorsitzende Patricia Lips jeden Kommentar zur Bürgermeisterwahl im März 2017 ab. Ihre Partei konzentriere sich zunächst auf die Sach- und dann auf Personalfragen. Erster Stadtrat Jörg Rotter, der in Insiderkreisen gerne als CDU-Kandidat gehandelt wird, mochte sich gestern auf Anfrage nicht zu der Debatte äußern. „Diese Frage stellt sich doch jetzt noch gar nicht. Ich bin Erster Stadtrat mit Vertrag bis 2019. Dass die SPD ihren Kandidaten so früh vorstellt, ist legitim. Für mich gibt es allerdings derzeit keinen Grund, in die Kandidatendiskussion einzusteigen.“

Die kuriosesten Wahlplakate aller Zeiten

Die kuriosesten Wahlplakate aller Zeiten

Ähnlich argumentiert auch Eckhard von der Lühe, der Vorsitzende der Bürgermeister-Partei und des CDU-Koalitionspartners AL: „Darüber haben wir uns noch keinen Kopf gemacht.“ Die aktuellste Aussage zu seinem Nachfolger habe Roland Kern im Sommerinterview mit unserer Zeitung gemacht: „Lesen Sie die AL-Liste für die Kommunalwahl 2011 rauf und runter.“

Tobias Kruger, Partei- und Fraktionsvorsitzender der FDP, warf der SPD Eigensinn vor: „Ich hätte mir durchaus einen gemeinsamen Kandidaten aller Oppositionsparteien vorstellen können. Aber jetzt . . .“ „Wir werden uns das in aller Ruhe angucken“, sagt der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Manfred Rädlein. Prinzipiell könne er sich vorstellen, einen SPD-Kandidaten zu unterstützen. Er dürfe aber nicht die Kern’sche Politik von zuviel Sozialem, Kultur, Integration und erneuerbaren Energien fortsetzen: „Er muss Kohle in die Stadtkasse bringen.“

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare