Training für Trainer-Azubis

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Täglich siebeneinhalb Stunden Fußball: Das „Junior-Coach“-Projekt ist harte Arbeit.

Ober-Roden - Verband fürchtet um Nachwuchs: „Junior-Coaches“ des DFB sollen den Fußball zurück an die Grundschulen bringen. Aber Rödermärker Vereine sehen die Lücken in anderen Altersstufen. Von Michael Löw 

Die Ganztagsschule beansprucht Kinder bis weit in den Nachmittag hinein. Da haben viele keine Zeit mehr für Sport. Doch wenn die Grundschüler nicht mehr zum Fußball kommen, muss der Fußball eben in die Schule kommen. Dieser Grundgedanke steht hinter dem „Junior-Coach“-Projekt des Deutschen Fußballbundes. 16 Neunt- bis Elftklässler absolvieren diese Woche ein Trainer-Training an der Nell-Breuning-Schule (NBS).  Ziel der Ausbildung: Den Jugendlichen soviel theoretisches Wissen, taktische Kniffe und pädagogische Kenntnisse vermitteln, dass sie Fußball-AG"s an Grundschulen oder in Kindergärten leiten können. Elf Trainer-Azubis kommen von der NBS, fünf von der Heinrich-Böll-Schule in Nieder-Roden, einer besucht die Georg-Büchner-Schule in Jügesheim.

„Wir wollen den Vereinen keine Konkurrenz machen“, versichert Torsten Schild vom Hessischen Fußballverband, der das „Junior-Coach“-Projekt im Duett mit Peter Walz, einem ehemaligen Lehrer der Nieder-Röder Gesamtschule, leitet. Seiner Ansicht nach würde der DFB nichts anstoßen, was seiner Basis, den Vereinen, schadet. „Die Turnerschaft Ober-Roden macht eine sensationelle Jugendarbeit“, lobt Torsten Schild die Nachwuchsarbeit im Verein. 22 Mannschaften gehen für die TS auf Torejagd.

Auch NBS-Rektor Jochen Zeller befürchtet keine Konkurrenz, sondern betont den gemeinsamen Nutzen: „Egal, ob in der Schule oder im Verein: Die Junior-Coaches werden ans Ehrenamt herangeführt.“

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Die 16 Jungs trainieren täglich von 8 bis 15.30 Uhr, müssen also echt ranklotzen. Für die Rödermärker Schüler ist"s Teil der Aktionswoche, in der ohnehin kein Unterricht stattfindet. Die Neuntklässler aus der Heinrich-Böll-Schule sind nach Auskunft ihrer Rektorin Andrea Haus doppelt beansprucht: Sie schwitzen beim Kicken und müssen den Stoff dieser Woche nachholen, weil sie nur vom Unterricht befreit sind.

Am Freitag um 14 Uhr erhalten die „Junior-Coaches“ ihre Trainerscheine. Kenner des Rödermärker Jugendfußballs betrachten das Schultraining mit einer gewissen Skepsis. In den meisten der fünf Vereine, seien nicht die fehlenden acht- bis zehnjährigen Kicker das Problem, sondern eben jene 16-, 17- und 18-Jährigen, die ihnen das kleine Einmaleins des Fußballs vermitteln sollen. Die nämlich seien nachmittags immer länger in der Schule und hätten kaum noch Zeit, um 15 oder 16 Uhr die Knirpse aus der F-Jugend zu trainieren. Diese Personallücke könne auch das „Junior-Coach“-Projekt nicht schließen.

Quelle: op-online.de

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