Wenn es für die Feuerwehr brenzlig wird

Rettungstrupps simulieren Hilfe unter schwierigen Bedingungen

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Kaum Sicht: Einsatzkräfte unter Atemschutz sind ständig in kniffeligen Situationen. Die werden schnell gefährlich, wenn sich einer der Helfer verletzt.

Was passiert, wenn Feuerwehrleute im Einsatz selbst einmal in Not geraten? Gerade die ersten Trupps, die unter Atemschutz in ein brennendes Haus eindringen, sehen sich vielen Gefahren gegenüber.

Rödermark – Oder – was viel wahrscheinlicher ist – sie sehen sie im dichten Rauch nicht. Da kann ein Unfall passieren, oder der Kreislauf macht bei der enormen Belastung schlapp. Dann zählt jede Sekunde.

Atemschutzgeräteträger beider Stadtteilfeuerwehren trainierten in einer Schreinerei die Nothilfe in eigener Sache. Frank Schneider, Lukas Hallmann und Karsten Maynberg hatten ein Unfallszenario ausgearbeitet, das das Eingreifen eines Sicherungstrupps erforderlich machte.

Einem Feuerwehrmann, so ihre Annahme, wurde die Luft so knapp, dass er allein nicht mehr aus der verwinkelten und verqualmten Werkstatt kam. Sein Kamerad konnte ihn alleine ebenfalls nicht in Sicherheit bringen: Zum Körpergewicht kommen rund 25 Kilo Schutzkleidung und Ausrüstung.

Der Einsatzleiter schickte den Rettungstrupp rein, in dessen Notfalltasche eine Extraflasche mit Atemluft steckt. Unter normalen Arbeitsbedingungen reicht der Vorrat auf dem Rücken für etwa eine halbe Stunde. Aber das ist das Maximum. Peter Gotta, der stellvertretende Stadtbrandinspektor, musste schon Trupps austauschen, denen nach 20 Minuten die Luft auszugehen drohte.

Verhilft zum Durchblick: Wenn dicker Qualm die Sicht vernebelt, sieht die Wärmebildkamera, was hinter dem „Vorhang“ passiert und ob ein Rettungstrupp losgeschickt werden muss. Fotos: Feuerwehr Rödermark

Ist der Verunglückte wieder bei Atem, muss er aus dem Gebäude geholt werden. Bei der Übung probierte der Rettungstrupp das mit der leichten Schleiftrage oder dem noch leichteren Bergetuch. Die Vor- und Nachteile der einzelnen Hilfsmittel wurden hinterher erörtert. Die Ergebnisse werden insgesamt ausgewertet, um das bestmögliche Notfallkonzept für die Atemschutzträger auf die Beine zu stellen.

Jeweils sechs Einsatzkräfte aus Ober-Roden und Urberach haben sich jetzt für die Anforderungen des Sicherheitstrupps qualifiziert. „Das reicht für unsere normalen Einsätze“, schränkt Peter Gotta ein. Brennt"s in Tiefgaragen, Hochhäusern oder Industrieanlagen, werden automatisch die Feuerwehren aus Rodgau oder Langen mitalarmiert. Die haben sich seit Jahren auf die Rettung von in Not geratenen Rettern spezialisiert.

VON MICHAEL LÖW

Quelle: op-online.de

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