Schnelle Internetverbindungen

Rödermark baut Datenautobahn

Rödermark - Als erste Stadt im Kreis gründet Rödermark eine Gesellschaft, die ein Glasfasernetz für schnelle Internetverbindungen verlegt. Die Tiefbauarbeiten könnten im Frühjahr 2013 beginnen. Von Michael Löw

Die Stadtverordnetenversammlung beschloss am Dienstagabend einstimmig den Gesellschaftervertrag für die „Breitband Rödermark GmbH“ mit einem Stammkapital von 25.000 Euro. Das kommunale Unternehmen baut das Netz und überlässt den Betrieb privaten Unternehmen, erläuterte Bürgermeister Roland Kern. Er sieht Rödermark „vorbildlich unterwegs“.

Bislang ist für viele Computernutzer Internet im Schneckentempo angesagt. „In den meisten Haushalten sind immer noch kümmerliche 2 bis 5 Mbit/Sekunde Standard“, beklagte der FDP-Stadtverordnete Tobias Kruger zum wiederholten Mal. Selbst in Rumänien oder Ungarn hätten mehr Menschen Zugang zum Glasfasernetz. In Deutschland dagegen stockt der Ausbau, weil er sich für die privaten Telekommunikationsanbieter außerhalb der Großstädte nicht mehr rechnet. Deren Aktionäre wollen nach drei oder vier Jahren Rendite sehen. Öffentliche Anbieter denken in Zeiträumen von 10 bis 14 Jahren.

Darlehen und Bürgschaften in Höhe von 200 Millionen Euro

Die hessische Landesregierung unterstützt kommunale Hochgeschwindigkeitsnetze (mindestens 50 Mbit/Sekunde) mit Darlehen und Bürgschaften in Höhe von 200 Millionen Euro. Im Stadtparlament wurde allerdings nicht über Geld gesprochen. „Vor den Ausschreibungen können Beträge und Zahlen nicht genannt werden“, begründete Bürgermeister Kern dies gestern auf Nachfrage.

Der Einzige, der die Finanzierung bislang öffentlich zumindest angerissen hatte, war FDP-Mann Kruger in der Juni-Sitzung des Parlaments. Wenn 80 Prozent der Kosten über die Landesbürgschaft gesichert seien, bleibe für Rödermark „ein Restrisiko von 1,2 Millionen Euro“. Im Klartext: Hier geht es um Investitionen von fünf bis sechs Millionen Euro. Sprecher mehrerer Fraktionen nannten das finanzielle Risiko „überschaubar“. Michael Spieß (CDU) verwies außerdem auf „Warnschüsse aus anderen Kommunen“. Der Hausgeräte-Hersteller De"Longhi zieht beispielsweise aus Froschhausen weg, weil es dort keine schnellen Datenleitungen gibt.

Quelle: op-online.de

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