Rödermark im Dialog

Lostrommel oder Aufnahmeprüfung?

Rödermark - Der Magistrat soll in Gesprächen mit Kreis und Schulamt für mehr Gerechtigkeit bei der Vergabe von Gymnasiumsplätzen sorgen. Im Sommer hatte die Ricarda-Huch-Schule in Sprendlingen 24 Rödermärker Viertklässler abgewiesen.

Begründung: Kinder aus Dreieich haben Vorrang. Dieser „Wohnort-Bonus“ beschäftigte nicht nur das Stadtparlament, sondern auch unsere Leser auf www.op-online.de. Hier ein paar Meinungen zur Vergabegerechtigkeit und zum Schulsystem. „Wie stellen sich unsere Politiker denn eine gerechtere Vergabe vor? Ich vermisse einen Vorschlag“, schreibt Zauberhexe. Und fragt, was ist, wenn ein Gymnasium der absolute Renner ist und seine Kapazitäten ausgereizt sind, während andere Schulen noch Plätze frei haben: „Soll es ein Losverfahren geben? Dann ist es aber auch mit der eingeforderten Wahlfreiheit vorbei.“ Zauberhexe wartet dann auf die Proteste von Eltern, die auf die Barrikaden gehen, wenn ihre Kinder das Gymnasium am Wohnort nicht besuchen können, aber Kinder von außerhalb.

Citoyen beleuchtet das Problem aus vielen Blickwinkeln. „Wohnortnähe soll keine Rolle mehr spielen? Was denn sonst? Es ist das einzig praktikable und am wenigsten ungerechte Verfahren.“ Denn beim Losverfahren werden seiner Ansicht nach Heusenstammer Schüler nach Dreieich und Dreieicher nach Heusenstamm gelost. „Totaler Blödsinn“, folgert Citoyen und fragt: „Soll die Grundschul-Note den Ausschlag geben?“ Dann müsste garantiert werden, dass die Grundschule und ihre Noten absolut gleichwertig sind. Das sei aber unmöglich, denn weder Kinder noch Lehrer sind normierbar. Immer mehr Noten landen vor dem Verwaltungsgericht, maximaler Stress in den Grundschulen wäre vorprogrammiert. Einzige „gerechte“ Möglichkeit wären Aufnahmeprüfungen.

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Eine Grundsatzdiskussion um die Nell-Breuning-Schule entfacht wos: „Es wurde doch bisher immer mit stolzer Brust gesagt, dass man in Rödermark auf die IGS (Integrierte Gesamtschule) setze und nicht auf das traditionelle, überholte Schulsystem! Scheinbar war die stolz geschwellte Brust nur vorgeschoben!“

(lö)

Quelle: op-online.de

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