Wohnungsknappheit

Wohnen in ehemaliger Citroen-Handlung: Ober-Roden setzt bei Nachverdichtung auf bewährten Partner

Auf dem Gelände der ehemaligen Citroen-Handlung entstehen zwei Häuser mit 24 Wohnungen und ein Geschäft oder Büro. Foto: Löw
+
Auf dem Gelände der ehemaligen Citroen-Handlung entstehen zwei Häuser mit 24 Wohnungen und ein Geschäft oder Büro.

Zum zweiten Mal will die Firma Früchtenicht ein belastetes Gewerbegrundstück in Rödermarksanieren und darauf Wohnungen bauen. Sie hat die leer stehende Citroen-Handlung am südlichen Ende der Dieburger Straße gekauft.

  • In Rödermark sind zwei dreigeschossige Häuser und Tiefgarage geplant
  • Fördermittel für Ober-Roden 
  • Stadtverordnetenversammlung soll Plan beschließen

Ober-Roden – Das Projekt ist mit rund 2 800 Quadratmetern deutlich kleiner als das Hitzel & Beck-Gelände auf der anderen Seite der Dreieichbahn. Dort hat Früchtenicht auf mehr als 11 000 Quadratmetern das „Wohnquartett S 1“ mit rund 150 Einheiten realisiert.

Die Früchtenicht & Riel GbR (Dieburg), die das Projekt im Bauausschuss vorgestellt hatte, plant zwei dreigeschossige Häuser und eine verbindende Tiefgarage. Im nördlichen Gebäude sind zehn Wohnung und eine Gewerbeeinheit (Laden, Praxis oder Büro) vorgesehen, im südlichen 14 Wohnungen. Der Investor verpflichtet sich, fünf Wohnungen als Sozialwohnungen dauerhaft zu entsprechenden Konditionen zu vermieten. Beide Häuser sind barrierefrei.

: Fördermittel sollen beantragt werden

Nach Auskunft von Bürgermeister Jorg Rotter wollen die Bauherrn in Abstimmung mit der Stadt Fördermittel beantragen. Damit dieses Geld fließt, ist auch ein Zuschuss der Stadt nötig – 10 000 Euro je Wohnung. Die Stadt erhält im Gegenzug ein verbindliches Vorschlagsrecht für die Belegung.

Das ist nicht die einzige Verpflichtung, die die Früchtenicht & Riel GbR eingeht. Das Unternehmen zahlt die Planung, den Abbruch der alten Autowerkstatt und die Entsorgung des belasteten Erdreichs. Dabei handelt es sich laut Bürgermeister Rotter um eine „typische Tankstellen-Verschmutzung“ im Boden. Im Gegensatz zum ehemaligen Galvanik-Werk Hitzel & Beck gebe es aber keine Giftfahne im Grundwasser.

: Stadtverordnetenversammlung soll Plan beschließen

Kritikern, die die erneute Umwandlung eines Gewerbegrundstücks in Wohnbauflächen beklagen, hält Rotter die strengen Richtlinien für die Bodensanierung entgegen: „Bliebe es bei einer gewerblichen Nutzung, hätte es gereicht, eine Bodenplatte zu betonieren.“ Der Dreck wäre dann einfach im Boden geblieben.

Die Stadtverordnetenversammlung soll in ihrer Sitzung am 4. Februar (19.30 Uhr, Mehrzweckraum der Halle Urberach) einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan beschließen. Der beschleunigt die städtische Innenentwicklung, wenn sie sich auf einen begrenzten Bereich beschränkt. Im Fall des ehemaligen Autohauses sind"s gerade mal 0,28 Hektar.

Diese kleinteilige Entwicklung ist der Favorit der meisten Parteien im Parlament. Lediglich die SPD fordert die Ausweisung größerer Baugebiete als Mittel gegen immer stärker steigende Mieten oder Kaufpreise.

Wohnungen unter anderem über den wiederbelebten Kindergärten Motzenbruch und Lessingstraße sowie über einem neuen Supermarkt am alten Gaswerk: Die Stadtverordnetenversammlung hat am Mittwochabend mehrere kleine Schritte gegen den Mangel an bezahlbarem Wohnraum beschlossen. Tiefgaragen sind in den Planungen auch immer wieder Thema, denn nicht nur der Wohnraum wird knapper, auch die Parkplätze reichen nicht aus. Immer wieder gibt es Ärger über Falschparker und Knöllchen in Rödermark.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare