90.000 Euro weniger Subventionen

Schulbus mit Extra-Fahrgästen

+

Rödermark - Nach nicht einmal eineinhalb Betriebsjahren muss der Stadtbus kräftig Federn lassen: Vermutlich ab Frühjahr fährt er wieder nur als Schulbus, der allerdings jeden Passagier mitnimmt, der ein RMV-Ticket hat.

So will die Stadt die Subventionen von 196.000 auf 106.000 Euro nahezu halbieren. Diese Schrumpfkur hat die Stadtverordnetenversammlung mit den Stimmen von CDU, AL, Freien Wählern und der FDP beschlossen. Bürgermeister Roland Kern begründete dies pauschal mit der „fehlenden Akzeptanz für leere Busse“. Stefan Gerl, Fraktionsvorsitzender der AL, untermauerte die Aussage mit Zahlen: Über einen Zeitraum von drei Monaten hinweg beförderte der Stadtbus durchschnittlich 128 Personen am Tag. „Das sind bei 14 Betriebsstunden gerade einmal neun Fahrgäste je Stunde. Das ist eine bittere Erkenntnis“, sagte Gerl. Auch eine Fraktion „glühender Verfechter des öffentlichen Personennahverkehrs“ müsse feststellen: Das Umsteigen vom Auto auf den Bus ist in Rödermark ohne vertretbaren Aufwand nicht zu erreichen.

Lesen Sie dazu auch:

Zahlreiche Busausfälle wegen Krankheiten

Dr. Rüdiger Werner (FDP), dessen Fraktion von Anfang an mangels Bedarf gegen den Stadtbus war, und Manfred Rädlein (Freie Wähler) bezweifelten, dass sich Rödermark auch einen abgespeckten Busbetrieb auf Dauer leisten könne. Denn in sieben Jahren summieren sich die Subventionen auf knapp 750.000 Euro. Sie stimmten nur deshalb zu, weil sonst die Schülerbeförderung gefährdet gewesen sei.

Bus, Bahn und Tram -Metropolen im Test

Bus, Bahn und Tram -Metropolen im Test

Allein die SPD wollte die Stadtbuslinien OF-45 und OF-46 retten. Der öffentliche Personennahverkehr sei für eine Kommune so wichtig wie Kindergärten, Schwimmbäder oder Sportstätten, sagte Fraktionsvorsitzender Stefan Junge. Die schwarz-grüne Koalition hat seiner Meinung nach nicht genügend Durchhaltevermögen, um den Bus über die anfängliche Durststrecke zu bringen. Die SPD wäre lieber den umgekehrten Weg gegangen und hätte das Netz ausgebaut. Nur ein breites Angebot schaffe Nachfrage. Dem widersprach Michael Spieß (CDU): Was immer die Stadt im ersten Betriebsjahr unternommen hatte, habe den Bussen nicht einen Fahrgast mehr beschert.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare