Stadt produziert grünen Strom

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Auf dem Dach der Kulturhalle wird eine Solaranlage montiert, die ab 30. Juni Strom ins öffentliche Netz liefern soll.

Rödermark (lö) - Die Kommunalen Betriebe Rödermark (KBR) treiben die Energiewende voran. Sie lassen auf den Dächern von Kultur- und Sporthalle Photovoltaikanlagen installieren, die Strom aus Sonnenlicht erzeugen.

Noch besser für Umwelt und Geldbeutel sind die beiden Blockheizkraftwerke, die das Badehaus und das Klärwerk mit Strom und Wärme versorgen.

Allein das Kleinkraftwerk unterm Schwimmbad erspart der Erdatmosphäre pro Jahr 220 Tonnen Kohlendioxid. Zum Vergleich: Die Photovoltaikanlagen auf den Hallen bringen es zusammen nur auf 75 Tonnen. Das Blockheizkraftwerk hat rund 197 000 Euro gekostet und deckt 80 Prozent der Wärmebedarfs sowie 80 bis 90 Prozent des Strombedarfs von jährlich 800 000 Kilowattstunden im Badehaus. Das macht den Betrieb im Jahr um 65 000 bis 75 000 Euro billiger, in drei bis vier Jahren will Sturm die Investitionskosten raus haben.

Das Blockheizkraftwerk hat einen Wirkungsgrad von knapp 89 Prozent; nur ein vergleichsweise kleiner Anteil Energie, der hinein gesteckt wird, geht verloren. Bis in Großkraftwerken erzeugter Strom aus der Steckdose kommt, sind dagegen schon rund 65 Prozent verloren.

Erzeugt wird der Strom aus Faulgas

Ein noch größerer Energieverbraucher als das Badehaus ist die Kläranlage. Sie benötigt 1,35 Millionen Kilowattstunden, um das Abwasser von 27.000 Rödermärkern zu reinigen. Hier haben die KBR das in die Jahre gekommene Blockheizkraftwerk durch ein effektiveres ersetzt. Das steigert seine Stromproduktion seit März kontinuierlich und deckte im Mai bereits 48 Prozent des Bedarfs. Erster Stadtrat Alexander Sturm, als Dezernent für die KBR verantwortlich, geht davon aus, dass die Produktion in den warmen Monaten weiter steigt.

550.000 Kilowattstunden sollen’s nach eher vorsichtigen Kalkulationen werden. Doch schon die senken die städtische Stromrechnung um 85 000 Euro per anno. Erzeugt wird der Strom aus Faulgas, das bei der Abwasserreinigung in Massen anfällt. Es muss im Faulturm nur auf einer Temperatur von 38 Grad gehalten werden.

Module waren zu teuer

„Die Einsparungen, die durch höhere Energieeffizienz beim Betrieb der Kläranlage erzielt werden, führen zur Stabilität der Kosten und kommen direkt den Gebührenzahlern zugute“, erklärte Sturm.

1 000 Quadratmeter Sonnenkollektoren verwandeln ab 30. Juni auf den Dächern der Sporthalle Kapellenstraße und der Kulturhalle Licht in Strom. Sturm bezifferte die Baukosten der geleasten Anlagen auf 354.000 Euro. Dank einer Einspeisevergütung von 23 Cent pro Kilowattstunde können die KBR nicht nur die Leasingraten bezahlen, sondern machen sogar ein kleines Plus.

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Die KBR hatten diese Photovoltaikanlagen Ende 2011 schon einmal ausgeschrieben, das Projekt dann aber gestoppt: Die Module waren zu teuer für einen wirtschaftlichen Betrieb. Nachdem die Bundesregierung vor Monaten ankündigte, die Solarstromförderung zu kürzen, brachen die Modulpreise ein. Daran hat sich auch nichts geändert, als der Bundesrat die Kürzungspläne kippte.

Die KBR erzeugen schon auf den Dächern des Feuerwehrstützpunktes und des Betriebshofs sowie auf drei Kindergärten Solarstrom und leisten so einen Beitrag zum Klimaschutz.

Große Photovoltaikanlagen haben in Rödermark unter anderem der Sitzmöbelspezialist Köhl in Ober-Roden und das Recycling-Unternehmen Rügemer in Urberach installiert.

Quelle: op-online.de

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