Frühjahrsputz in Rödermark

Ein Dankeschön an alle Müllsammler

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Entlang der Straße zwischen Ober-Roden und Urberach waren auch in diesem Jahr viele Mitglieder der Ahmadiya-Gemeinde unterwegs.

Rödermark - Anderer Leute Müll einsammeln ist unangenehm; anderer Leute klatschnassen Müll einsammeln noch viel mehr. Umso beachtlicher war es, dass sich am Samstag etwa 158 angemeldete und 31 kurzentschlossene Sammler ausschwärmten. Von Christine Ziesecke 

Von ganz jung bis recht alt waren die Teilnehmer, die sich am Betriebshof Rödermark trafen und sich zum Gemarkungsputz beteiligten. Viele Gesichter sind schon seit Jahren bekannt, vor allem Gruppen und Vereine wie die Hundefreunde oder die Angler, der BSC Urberach, die Pfadfinder St. Georg oder die Andere Liste. Allen voran war die Ahmadiya-Gemeinde wieder mit einer großen Gruppe fleißiger Sammler dabei, ebenso wie die Quartiersgruppen aus Urberach oder IGOR aus Ober-Roden und natürlich die Initiative „Wir sind Breidert“, die im Vorfeld groß fürs Müllsammeln geworben hatte.

So waren erstmals auch fünf Bewohner und drei Mitarbeiter des Wilhelm-Thomin-Hauses der Behindertenhilfe an der Erikastraße dabei. Kindergärten und Schulen machen weitgehend eigene Aktionen inzwischen, um auch ihre speziellen pädagogischen Schwerpunkte dabei herauszuarbeiten. Die Teilnehmerzahl lag dennoch mit 189 nur knapp unter dem letzten Jahr, wo insgesamt 15 Kubikmeter und 3,2 Tonnen Müll eingesammelt worden waren.

Besondere „Schätzchen“ gab es auch in diesem Jahr wieder: So brachte die Kolpingsfamilie Ober-Roden etwa ein im Wald entsorgtes großes Bürgermeisterwahl-Plakat mit wie auch ein Stück eines Mofas, an dem noch das Kennzeichen hing. Auch entlang der Rodau ließen sich besondere Schnäppchen finden: Klodeckel, Autoreifen, Hutablagen, ein altes Fahrrad etwa und ein Kinderbuggy – den die zehnjährigen Finder gleich zum Transportmobil umfunktionierten. Beängstigend sind mehr Funde wie rund 50 leere Schlaftablettenschachteln und natürlich die unzähligen Bier- und vor allem Schnapsfläschchen – für die das Monopol nach wie vor am Weg zum Schützenhaus liegt, wie die Sammler vom ADFC feststellten. Deutlich erkennbar war auch eine Veränderung im Verpackungswesen: Es finden sich sehr viel weniger Dosen im Sammelgut, wie die eifrigen Helferinnen und Helfer feststellten.

Neben den Sammlern an diesem Tag im frühen März, dessen Termin sich durch die Setz- und Brutzeiten der Wildtiere bedingt, gibt’s aber auch mehrere Menschen, die sich regelmäßig eine bestimmte Strecke – den Oberwiesenweg etwa – vornehmen und beim Spaziergang mit dem Hund den Müll einsammeln. Und apropos Hund: Das ist nach wie vor eine der ärgsten Beschwerden der ehrenamtlichen Müllsammler – nicht nur der Hundekot allein, sondern auch die damit gefüllten Säckchen, die einfach ins Gebüsch oder auf die Randstreifen geworfen werden – es macht keinen Spaß, das aufzuheben.

Bilder: Frühjahrsputz in Rödermark

„Ohne all diese fleißigen Menschen könnten wir als Stadt diese Arbeit gar nicht leisten“, bedankte sich Erster Stadtrat Jörg Rotter, der für die Kommunalen Betriebe zuständig ist. Er genoss zusammen mit den Rückkehrern Leberkäse und Schokoküsse in der Halle des Betriebshofs. Dort hatten viele Hände schon vorher alles vorbereitet, ebenso wie etwa Matthias Kroneisen und sein Team die gesamte Vorbereitung des Gemarkungsputzes gut im Griff hatten – von knallroten und dadurch für die Sammelfahrzeuge gut auffallenden Mülltüten über Handschuhe jeder Größe, Warnwesten und Müllzangen war alles bereit. Die meiste Arbeit aber machte die Verteilung der angemeldeten Helfer auf das Stadtgebiet. Zumal so mancher Sammler nicht seinen eigenen Nachbarn den Dreck wegräumen möchte und deshalb lieber ein entfernteres Gebiet säubert. Doch die viele Arbeit hat sich wieder gelohnt, wie am Mittag die zahlreichen roten Säcke neben denkwürdigen Ansammlungen größerer Funde an den Straßenrändern bewiesen. Schön wäre es, wenn diese von Bürgern für Bürger Erreichte frühlingsfrische einige Zeit vorhielte – schließlich kann jeder Rödermärker dazu selbst ein großes Stück beitragen.

Quelle: op-online.de

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