Bürgermeister-Stichwahl:

Roland Kern Sieger im Wahlkrimi

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Angelika Kern, ihr Mann Roland (Mitte) und die Grünen feierten in der Kelterscheune.

Rödermark - Roland Kern (AL/Die Grünen) bleibt Bürgermeister von Rödermark. Er gewann die Stichwahl gegen Carsten Helfmann (CDU) mit 5224 zu 4952 Stimmen. Am Ende gaben 272 Stimmen den Ausschlag für den 69-jährigen Amtsinhaber. Von Michael Löw und Bernhard Pelka 

Er bekräftigte nach seinem Sieg erneut, im Sommer 2019 vorzeitig zurückzutreten. Kurz vor 19 Uhr endete gestern Abend der Wahlkrimi. Die Führung zwischen dem amtieren Bürgermeister Roland Kern (AL/Die Grünen) und seinem CDU-Herausforderer Carsten Helfmann wechselte nach beinahe jedem der 16 Stimmbezirke. Als das siebte Wahllokal ausgezählt war, lagen beide Kandidaten sogar gleich auf. Aber Kern hatte das bessere Ende für sich: Er geht mit 51,3 Prozent in seine dritte, auf 25 Monate verkürzte Amtszeit. Einen Überblick zu den Ergebnissen (auch nach einzelnen Wahlbezirken) liefert die Stadt Rödermark auf ihrer Webseite.

Es sei nicht einfach gewesen, „den Bürgern dieses Angebot zu vermitteln“, sagte Kern. Um so glücklicher stimme ihn das Vertrauen, das ihm die Wähler entgegen gebracht hätten. Er habe es nicht nur durch seine bisher zwölf Jahre als Bürgermeister leichter als sein Konkurrent gehabt: „Im Gegensatz zu Carsten Helfmann musste ich nicht gewinnen.“ Kern bekannte sich zur Fortsetzung der schwarz-grünen Koalition und versprach: „Es gibt jetzt keine zwei Jahre Dauerwahlkampf!“ Kern will in dieser Zeit einen Kandidaten aufbauen, „der mit dem Koalitionspartner gemeinsam getragen werden kann“.

Carsten Helfmann und seine Anhänger hatten bis zum 14. Stimmbezirk gehofft, dann aber lag Kern mit 250 Stimmen erstmals deutlich in Front. Die CDU muss nach der knappen Niederlage für 2019 einen neuen Bürgermeisterkandidaten suchen. „Ich bin keiner, der etwas zweimal versucht“, bezog Helfmann klar Stellung. Heute morgen hat er sich frei genommen, heute Mittag, 14 Uhr, macht er seine Arbeit als Eppertshäuser Bürgermeister weiter. Er ist bis 2021 gewählt, will sich aber im Lauf der Legislaturperiode eine neue berufliche Herausforderung suchen.

Die CDU-Vorsitzende Patricia Lips lobte die „unglaubliche Aufholjagd“ ihres Kandidaten. Den Grünen sei ein Coup gelungen, indem sie den eigentlichen Kandidaten Karl Schäfer „entsorgt“ hätten, um nachträglich Kern ins Rennen schicken zu können, der ja bereits auf eine Kandidatur verzichtet hatte. „Wenn es bei Schäfer geblieben wäre, wäre es anders ausgegangen.“ Der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Gensert sagte, es bestehe mit den Grünen ein Koalitionsvertrag bis 2021 und Vieles daraus sei „noch nicht abgearbeitet“, Gleichwohl könne er verstehen, „dass der Wunsch da ist, die politische Lage neu zu bewerten“. Tobias Kruger machte für die FDP sogleich Avancen: „Wir schauen, ob der bürgerliche Wechsel im Parlament gelingt.“ Der CDU-Kreisvorsitzende Frank Lortz zollte beiden Kandidaten Respekt. Sein Vorgänger, Wolfgang Steiger, sah die Sache ganz anders. Das Wahlergebnis sei für Roland Kern „eine Abstrafung“. Und die CDU sei „keine grüne Hilfspartei. „Steiger: „Eine Woche länger Wahlkampf und wir hätten gewonnen.“

Bilder zur Bürgermeister-Stichwahl in Rödermark

Quelle: op-online.de

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