Überraschung bei Wahl

Bürgermeister Roland Kern wird Kämmerer

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Rödermark - Bürgermeister Roland Kern (AL/Grüne) übernimmt die Kämmerei, der neue Erste Stadtrat Jörg Rotter (CDU) wird Sozialdezernent. Mit der Dezernatsverteilung überraschte Kern am Dienstagabend nicht nur viele Stadtverordnete.

Wenn Jörg Rotter am Montag die Nachfolge des Ersten Stadtrats Alexander Sturms antritt, wird er Chef der Fachbereiche öffentliche Ordnung sowie Kinder, Jugend und Senioren. Die lagen seither in Kerns Verantwortungsbereich. Von Sturm übernimmt Rotter die Kommunalen Betriebe.

„Im Benehmen mit dem künftigen Ersten Stadtrat“ habe er sich unter anderem für die Finanzen entschieden, erklärte Bürgermeister Kern im Parlament. Dazu kommen die Stabsstellen wie Wirtschaftsförderung, Kultur, Vereine und Ehrenamt sowie die Bauverwaltung. Keine Überraschung war dagegen die Wahl der neuen Parlamentsvorsteherin. Brigitte Beldermann, die Kandidatin von Schwarz-Grün, wurde mit den Stimmen der Koalition aus CDU und AL gewählt.

Es entspreche seinem Verantwortungsgefühl, „in schwierigsten Zeiten das schwierigste Amt zu übernehmen“, sagte Kern gegenüber unserer Zeitung. Dafür hätten ihn die Bürger gewählt - auch wenn der Bürgermeister dann der Böse ist, der Wünsche mangels Geld ablehnt. Kern kennt sich eigener Einschätzung zufolge in der Finanzwirtschaft „weit besser aus als noch vor fünf Jahren“, schließlich habe er alle wichtigen Entscheidungen gemeinsam mit Sturm getroffen. Außerdem können er sich auf hoch qualifizierte Mitarbeiter in der Finanzverwaltung verlassen.

Rödermarks neuer Kämmerer bekräftigte, dass er am Konsolidierungsziel - Haushaltsausgleich bis 2018 - festhalten will. Gleichzeitig aber verwies er auf ein Urteil des Hessischen Staatsgerichtshofs vom 21. Mai. Der hatte der Klage der Stadt Alsfeld gegen den kommunalen Finanzausgleich weitgehend recht gegeben. Ein wesentlicher Aspekt des Urteils: zum Kernbereich der kommunalen Selbstverwaltung gehöre auch ein Mindestmaß an freiwilligen Leistungen. Unterschiede zur Sparpolitik seines Vorgängers sind also absehbar.

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Dass Rotter die Kommunalen Betriebe managt, begründete Kern mit dessen Beruf: Als Sachgebietsleiter Materialwirtschaft beim Wasserzweckverband kenne sich der neue Erste Stadtrat in öffentlichen Unternehmen bestens aus. Das Sozialdezernat sei eine logische Konsequenz aus Rotters politischer Tätigkeit. Er war von 2006 bis 2001 Vorsitzender des Ausschusses für Familie, Soziales und Kultur. Bürgermeister Kern will den Ersten Stadtrat Rotter stärker als Vizebürgermeister in die Pflicht nehmen. Dann lockere sich die Strenge der Dezernatsverteilung ohnehin.

(lö)

Quelle: op-online.de

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