Rosenmontagszug in Urberach

Närrischer Auflauf

+
Die Turngemeinde machte schon mal Appetit auf die Fußball-WM am Zuckerhut, die KSV-Gymnastikdamen zauberten den Bollywood-Flair indischer Kinohits auf die Urberacher Hauptstraße.

Urberach - 2 000 Meter Strecke, 1 200 Meter von der ersten bis zur letzten Nummer, 1 177 Narren, 28 Fußgruppen, 21 Wagen und Wägelchen, fünf Kapellen: Das ist war der 18. Orwischer Rosenmontagszug in griffigen Zahlen.

Einen eher theoretischen Wert verkündete Werner Popp, Vorsitzender des KSV Urberach und Zugchef, vom Jubelbalkönchen des Rathauses herunter: „Noch 800 Meter mehr, und unser Zug schlösse den Kreis!“ Doch ein Orwischer Rundling, dessen Ende zugleich wieder der Anfang ist, ist nicht sein Ziel: Die Fastnachter sollen auch in den kommenden Jahren Bewegungsfreiheit genießen.

Am Rand der Zugstrecke wurde es gestern Nachmittag schon eng. Das Publikum stand meist in Dreierreihen, oft aber auch in Fünfer- und Sechserreihen und jubelte den Fastnachtern zu. Der MTV ließ die Wutz tanzen - und zwar auf dem Seil. Der kommunale Schutzschirm bewahrte sie vorm Absturz ins finanzielle Nichts. Ein rollender Hingucker war auch das Tischfußballspiel auf dem Motivwagen der Turngemeinde Ober-Roden.

Die Fußgruppen sind längst mehr als nur bunte Farbtupfer zwischen den Wagen. Egal, ob die Bollywood-Stars der KSV-Gymnastikabteilung, die orientalischen Kreppelkaffee-Frauen oder die Köche vom Kinderhaus unter dem Regenbogen - um nur einige zu nennen: Ihre Kostüme zeugten von Phantasie, Kreativität und Lust an der Straßenfastnacht.

Bürgermeister Roland Kern, der die Narren mit Werner Popp begrüßte, erinnerte daran, dass es vor 40 Jahren schon einmal einen Orwischer Rosenmontagszug gegeben hatte. 1974 hatte die Gruppe Y, der Vorläufer der Grünen, zum Rathaussturm geblasen. Sie hatten mit verschlossenen Türen gerechnet, doch Bürgermeister Walter Faust spielte mit und ließ die damaligen politischen Schmuddelkinder zu deren Überraschung rein.

(lö)

Quelle: op-online.de

Mehr zum Thema

Kommentare