Rückerstattung wird ein Geduldsspiel

Rödermark - (lö) Zwei Rödermärker Entega-Kunden sind sauer auf ihren Energieversorger: Gabriele Mirau wartet seit nunmehr zwei Wochen auf eine Rückerstattung von rund 1 400 Euro. Hans-Peter Förster ärgert sich, weil Entega sinkende Rohstoffpreise seiner Ansicht zu langsam an die Kunden weiter gibt.

„Mit meinem Guthaben wird fröhlich zu meinem Ungunsten gearbeitet“, klagt Gabriele Mirau. 1 414,27 Euro kriegt sie von der Entega zurück, weil ihr Mann den Zählerstand falsch abgelesen und sich um mehrere tausend Kilowattstunden vertan hatte. Am Fastnachtsdienstag erhielt sie die korrekte Abrechnung, das Geld war zumindest bis gestern noch nicht auf dem Konto. Nachzahlungen auf Strom- und Gasrechnung seien in den vergangenen Jahren dagegen sofort eingezogen worden.

Gabriele Mirau hat die Rückerstattung per E-Mail eingefordert, die Reaktion der Entega sei ausgeblieben. Den Kontakt über die so genannte Service-Hotline herzustellen, sei ein Ding der Unmöglichkeit gewesen. Ihr Kommentar zum Umgang der Entega mit ihren Kunden: „Unerträglich!“

„Diesem Preisgebaren ist der Kunde hilflos ausgeliefert“, kritisiert Hans-Peter Förster den neuen „Mein-Erdgas-Tarif“. Die Entega verspricht „je nach Verbrauchstyp bis zu 15 Prozent Kostenersparnis“. Grund sei die „jüngste Marktberuhigung“ - sprich: der Einbruch des Ölpreises um 70 Prozent.

Försters Mängelliste am neuen Tarif umfasst etliche Punkte: Er trete erst im Mai - und damit nach der Heizsaison - in Kraft, gleiche mit 15 Prozent Ersparnis die letzte Erhöhung von 30 Prozent nicht annähernd aus und gelte nur für Kunden, die ihn beantragen. Wer nicht aktiv wird, so Hans-Peter Förster, zahle trotz rapide sinkender Ölpreise hohe Gaspreise.

„Mein Erdgas“ sei ein neues Produkt, daher könne die Entega den Tarif nicht einfach umstellen, erklärte Gert Blumenstock von der Pressestelle des Versorgers. Zudem biete er im Gegensatz zum Standardtarif „Clever regional“ keine Preisgarantie bis Ende 2009.

Was im Umkehrschluss heißt, dass diese nicht auf eine Preissenkung hoffen können - egal, wie tief der Ölpreis noch fällt. Blumenstock ließ sich auch auf Nachfrage kein Hoffnungssignal für „Clever regional“-Kunden entlocken.

Hoffen darf zumindest Gabriele Mirau: Die Entega, so Gert Blumenstock, habe ihre 1 414 Euro am 5. März ausgezahlt. Damit haben die Banken den Schwarzen Peter.

Quelle: op-online.de

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