Ruhepole am frühen Abend

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Am 16. Dezember brachte der „Lebendige Adventskalender“, der drei Wochen lang jedem Abend vor einer anderen Haustür Station machte, Gläubige aller Konfessionen bei Familie Tischler in der Pilsener Straße zusammen.

Rödermark (chz) ‐ Seit vielen Jahren ist die Vorweihnachtszeit in beiden Ortsteilen geprägt von zwei ökumenischen Aktionen, die nach den zumeist hektischen Tagen gegen Abend die andere Seite des Advent in den Mittelpunkt stellen: zur Ruhe kommen und rückbesinnen auf die Erwartung des christlichen Geschehens.

In Ober-Rodens Kirchengemeinden ist seit langem der „Lebendige Adventskalender“ selbstverständlich. Der ursprünglich katholischen Initiative schlossen sich vor einigen Jahren auch evangelischen Christen an, vor deren Haustüren abends die Lichter angezündet werden.

Die Suche nach Gastgebern ist nicht immer einfach, die meisten halten der Aktion schon lange die Treue. Viele Interessierte befürchten offenbar zu Unrecht, zu viel Aufwand betreiben zu müssen. Trotzdem finden sich immer viele dankbare Teilnehmer. Mal sind es mehr Nachbarn und Freunde, mal sicher auch Neugierige, meist aber Menschen, die sich auf ein paar Minuten der Rückbesinnung auf das Wesentliche der Vorweihnachtszeit freuen.

15 mal in drei Wochen eine knappe halbe Stunde besinnliche Zeit

Die rund 20 Minuten direkt nach dem abendlichen Angelus-Läuten waren auch dieses Jahr meist unterschiedlich gestaltet und doch immer ähnlich vom Ablauf: mal untermalt mit Musik vom Band, mal nur mit dem Gesang der Menschen vor der Tür, mal auch mit Instrumenten begleitet, wurden Geschichten gelesen oder Erinnerungen lebendig gemacht und kurze Gebete gesprochen. Mal schloss sich noch ein kurzes Plaudern bei einer heißen Tasse Tee in winterlicher Kälte an, mal flüchteten die Besucher unter ihren Regenschirmen rasch nach Hause ins Trockene.

Zum elften Mal lud in diesem Jahr der Ökumene-Arbeitskreis der St. Gallus-Gemeinde und der Petrusgemeinde zur „Stillen Zeit“ in die katholische Kirche ein. 15 mal in drei Wochen eine knappe halbe Stunde besinnliche Zeit mit Musik und Lesungen im Schein der Adventskerzen ließen die Menschen ganz ruhig werden.

Besonderer Dank an Küster

Nicht immer ist es für den Organisator Friedhelm Mersmann leicht, alle Termine mit Gemeindegruppen zu besetzen - Ökumenemitarbeiter und auch mal ein Pfarrer beteiligen sich dabei, doch gedacht ist die „Stille Zeit“ hauptsächlich für Musikgruppen, Kindergartengruppen oder Krabbelkreise. Die Besucherzahl hat in diesem Jahr wesentlich zugenommen, in der Spitze rund 40 bis 50 Menschen. „Die vier musizierenden Krabbelgruppen-Mütter etwa hatten ihre ganze Fankurve dabei“, freute sich Mersmann, der sich auch bei Ulrike Stahn bedankt, die nicht nur mehrmals selbst, mit oder ohne ihren Alphorn spielenden Ehemann, die Besucher erfreute, sondern die über ihre Kontakte zur Musikgemeinde Rödermark auch immer wieder Verbindungen zu neuen Musikerinnen und Musikern knüpfte.

Sein besonderer Dank gilt aber dem Küster der Gallus-Kirche, Heinz Weber. Der war drei Wochen lang gut zwei Stunden täglich beschäftigt: Vor jeder „Stillen Zeit“ heizte er ein, war stets präsent und machte als Letzter auch noch das Licht aus.

Quelle: op-online.de

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